Irans Parlament setzt wegen steigender Preise Industrieminister ab
Der Grund für das Misstrauensvotum waren vor allem steigende Preise für im Iran hergestellte Autos. Importe gibt es wegen der internationalen Sanktionen gegen den Iran kaum noch.
Teheran – Wegen steigender Preise insbesondere für Autos hat das iranische Parlament den Industrieminister abgesetzt. 162 Abgeordnete stimmten am Sonntag bei einem Misstrauensvotum für die Entlassung von Reza Fatemi Amin und nur 102 dagegen, wie Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf bekanntgab. Es war bereits das zweite Misstrauensvotum gegen den Minister wegen der Preissteigerungen. Die erste Abstimmung im November hatte er noch überstanden.
Der Grund für das Misstrauensvotum waren vor allem steigende Preise für im Iran hergestellte Autos. Importe gibt es wegen der internationalen Sanktionen gegen den Iran kaum noch.
Die iranische Wirtschaft leidet seit Jahren unter den harten Sanktionen, welche die USA im Jahr 2018 wieder in Kraft gesetzt hatten, nachdem Washington unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen war. Seitdem leidet der Iran unter einer hohen Inflation und einem drastischen Verfall seiner Währung.
Im vergangenen Jahr hatte selbst das geistliche Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, die steigenden Preise sowie die schlechte Qualität von im Iran hergestellten Produkten kritisiert, darunter auch Autos. Präsident Ebrahim Raisi verteidigte seinen Minister jedoch vor der Abstimmung und warb für "Stabilität in der Führung" des Ministeriums. (APA/AFP)