Tiroler Handelsforum: „Nachhaltig Wirtschaften ist überlebensnotwendig“
Hochkarätige Referenten beleuchteten am Donnerstag in Igls Chancen, Potenziale und Herausforderungen, die „nachhaltiges Wirtschaften“ hat.
Igls – „Wir haben gelernt, dass Nachhaltigkeit kein Schimpfwort ist“, mit diesen Worten eröffnete Tirols Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser am Donnerstag das 13. Tiroler Handelsforum in Igls. Thema der Veranstaltung: „Wachstum ohne Reue – Moralische Verpflichtung oder Differenzierungspotential?“ Veranstalter waren die Wirtschaftskammer Tirol und das Retail Lab der Uni Innsbruck.
Vor 170 Gästen erläutern ExpertInnen und UnternehmerInnen aus unterschiedlichen Perspektiven und Branchen, wie Organisationen ressourcenschonend, umweltfreundlich und mit Rücksicht auf soziale und ökonomische Aspekte erfolgreich agieren und wachsen können. Und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit wachse, betonte Mathias Streicher, Leiter des Retail Lab, das im Bereich „Markenorientierte Führung und Entwicklung von Handelsorganisationen und Markenartiklern“ forscht.
Welche Potenziale und Chancen Nachhaltigkeit gerade auch für den Handel bietet und welche Strategien sich schon herausgebildet haben, erläuterte anschließend Manuel Braun, Experte auf dem Gebiet des zirkulären Systemwandels und der Geschäftsmodellinnovation. „Wir stellen uns diese Frage mitten im Sturm“, betonte Braun. Seine Kern-These: Es braucht eine totale Entkoppelung des Wachstums vom Ressourcenverbrauch. Vor allem gehe es darum, Nachhaltigkeit umfassend zu begreifen. Das reiche von Abo-Modellen bis hin zur Möglichkeit, als Handel aktiver Teil im gesamtwirtschaftlichen Ressourcen-Kreislauf zu sein.
Dass Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterführung ebenfalls ein Teil einer notwendigen Nachhaltigkeitsstrategie sind, betonte der zweite Vortragende des Abends, Florian Krischan, Mitglied der Geschäftsführung von „Sehen!Wutscher“. Die Brillen-Kette beschäftigt rund 600 Mitarbeiter und hat inzwischen 100 Filialen in ganz Österreich.
Zum Schluss gab es unter der Leitung von TT-Redakteurin Nina Werlberger und Univ.-Prof. Oliver Knoll noch eine Diskussion, bei der Tiroler Unternehmer und Unternehmerinnen über ihre Erfahrungen und Strategien zum Thema berichteten. So meinte Cornelia Plank, Chefin des Bio-Anbieters „Tyrolpilz“ launig, dass man damit umgehen müsse, dass alle Nachhaltigkeit bzw. „Bio“ wollen, aber keiner, dass es stinkt. (hu)
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