Militärparade in Moskau

Putin rechtfertigt Kämpfe gegen Ukraine: „Gegen uns wurde ein Krieg entfesselt"

Wladimir Putin auf der Militärparade am Roten Platz, begleitet von Staats- und Regierungschefs aus Usbekistan, Kasachstan und Armenien.
© GAVRIIL GRIGOROV

In Moskau hat die große Militärparade begonnen, mit der Russland den Sieg über Deutschland im Jahr 1945 feiert. In seiner Rede stellte Putin Russland als Kriegsopfer der Ukraine dar.

Moskau – Überschattet von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat in Moskau die traditionelle Militärparade zum 78. Jahrestag des sowjetischen Siegs über Nazi-Deutschland begonnen. Tausende Soldaten marschierten auf dem Roten Platz auf. In seiner Rede, die Russlands Präsident Wladimir Putin auf der Parade traditionell hält, rechtfertigte er den aktuellen Krieg gegen die Ukraine, indem er Russland als angebliches Opfer dargestellt.

„Heute befindet sich die Zivilisation erneut an einem entscheidenden Wendepunkt", sagte Putin vor den versammelten Soldaten auf dem Roten Platz in Moskau. „Gegen unser Vaterland wurde ein echter Krieg entfesselt", fügte er mit Blick auf die Kämpfe gegen die Ukraine hinzu, die er vor mehr als einem Jahr selbst angeordnet hatte. „Aber wir haben den internationalen Terrorismus zurückgeschlagen, wir werden die Einwohner des Donbass beschützen und wir werden unsere Sicherheit gewährleisten."

📽️ Video | ZIB-Beitrag zur Militärparade in Russland

Wording in Russland nach wie vor: „militärische Spezial-Operation"

Russland hat am 24. Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen – und rechtfertigt diesen immer wieder mit der nicht belegten Behauptung, der Westen habe Russland bedroht. Auch mehr als ein Jahr nach Kriegsbeginn war in Moskau bis zuletzt in der Regel nur von einer „militärischen Spezial-Operation" die Rede gewesen.

Offiziellen Angaben zufolge sind auf dem Roten Platz rund 8000 Soldaten aufmarschiert – darunter offenbar auch Männer, die in den vergangenen Monaten in der Ukraine kämpften. Anders als ursprünglich angekündigt waren außerdem doch einige ausländische Staats- und Regierungschefs auf der Ehrentribüne zu Gast – nämlich aus den Ex-Sowjetrepubliken Belarus, Kasachstan, Tadschikistan, Turkmenistan, Kirgistan, Usbekistan und Armenien.

Insbesondere nach einem Drohnen-Vorfall am Kreml war in den vergangenen Tagen immer wieder spekuliert worden, ob die Parade tatsächlich stattfindet oder eventuell doch aus Sicherheitsgründen abgesagt wird. In der Nacht zum vergangenen Mittwoch waren nämlich zwei Drohnen bis zum Kreml-Gelände vorgedrungen. Über der Kuppel des Senatspalasts konnten sie von der Luftabwehr zum Absturz gebracht werden. Moskau macht Kiew für den angeblichen Anschlagsversuch auf Putin verantwortlich. Die Ukraine weist das zurück und spricht von einer russischen Inszenierung. (APA, dpa)

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