Bei der Teddybär-Krankenhaus-Aktion heilen Kinder ihre flauschigen Patienten
Innsbruck – Nils liegt auf dem Arzttisch. Am buschigen Schwanz des Roten Pandas legt Josef gerade eine Schiene an. „Nils hat Schlafgewandelt. Als er die Tür zumachte, hat er sich den Schwanz eingeklemmt“, erklärt der fünfjährige Bub besorgt. Daher hat er Nils, sein liebstes Kuscheltier, zum Teddybär-Krankenhaus in der Kinderklinik in Innsbruck gebracht.
Nach drei Jahren Pause öffnete das Teddybär-Krankenhaus gestern für vier Tage erstmals wieder seine Pforten. Organisiert wird die Klinik für Kuscheltierverletzungen aller Art von der AMSA, einer Initiative von Medizinstudierenden in Österreich. Insgesamt sind etwa 300 Medizinstudenten in Innsbruck am Projekt beteiligt.
Mit Erfolg, wie der Andrang gestern zeigte. „Heuer kommen insgesamt 63 Kindergärten zu uns, 30 mussten wir leider absagen“, sagt Claudia Hawlitzky vom Organisations-Team. Der Vormittag ist jeweils für die Kindergärten reserviert. Nachmittags dürfen auch alle anderen Kinder ihre Kuscheltiere zur Behandlung vorbeibringen.
Das Teddybär-Krankenhaus soll Kindern die Angst vor Kliniken nehmen, indem sie selbst Hand anlegen. So etwa Leopold. Der Bub bringt seinen Dinosaurier gerade in die Radiologie. „Es tut ihm hier weh“, erklärt Leopold und zeigt auf das Kiefer des grauen Kuscheltiers. Dann legt er das Tier auf die Liege des MRT-Gerätes. Er schiebt die Liege hinein, drückt auf einen blauen Knopf und kurze Zeit später ertönt das markante Geräusch des MRI Scanners.
Neben dem Untersuchungsraum können die Kinder ihre flauschigen Patienten in die Zahnklinik bringen, ein Röntgenbild machen lassen oder falls notwendig sogar im OP versorgen. Die anschließende Ergotherapie darf ebenfalls nicht fehlen.
Geöffnet ist das Teddybär Krankenhaus noch bis Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr, sowie am Freitag von 8.30 bis 13 Uhr.
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