Haaland-Vater sorgt für Eklat

Real-Abwehrchef Alaba trauert Heimsieg gegen Manchester City nach

Erling Haaland im Duell mit ÖFB-Star David Alaba.
© IMAGO/Bagu Blanco/Pressinphoto/Shutterstock

Madrid - Die Chance auf seinen vierten Triumph in der Champions League lebt, ganz glücklich war David Alaba am Dienstagabend in den Katakomben des Estadio Santiago Bernabéu aber nicht. Österreichs Fußballer des Jahres musste sich mit seinem Club Real Madrid im Heimspiel des Halbfinal-Schlagers gegen Manchester City nach einer 1:0-Führung mit einem 1:1 begnügen und trauerte dem möglichen Sieg nach.

Nach der Führung durch Vinicius Junior (36.) vergab Karim Benzema die große Chance auf das 2:0 (50.), ehe Kevin De Bruyne (67.) für die Engländer zum Ausgleich traf. Real kassierte den Treffer in einer Phase, in der die "Königlichen" das Spiel im Griff zu haben schienen. "Irgendwo bitter, weil wir speziell in der zweiten Halbzeit wirklich sehr gut rauskommen und näher am 2:0 dran sind als sie am 1:1. Wir machen das Tor nicht, dann kam das 1:1 vielleicht irgendwo unerwartet, weil wir wirklich am Drücker waren", sagte der Wiener im Sky-Interview.

Alaba selbst leistete im Verbund mit seinem Innenverteidiger-Partner Antonio Rüdiger seinen Beitrag, dass die Madrilenen mit intakten Chancen zum Rückspiel am 17. Mai nach Manchester fliegen. Manchesters Torjäger Erling Haaland kam gegen Real nicht zur Geltung, und als der Norweger einmal doch in aussichtsreicher Position zum Abschluss kam, blockte Alaba dessen Schuss (55.). "Alaba und Rüdiger waren so nah dran an Erling, daher gab es ganz wenig Raum. Vielleicht können wir ein paar Sachen anpassen", meinte City-Coach Pep Guardiola. "Eine Nacht zum Vergessen für Erling", schrieb Marca nach nur 21 Ballberührungen von Haaland.

Alaba und Rüdiger waren so nah dran an Erling, daher gab es ganz wenig Raum. Vielleicht können wir ein paar Sachen anpassen
Pep Guardiola, ManCity-Coach

Das Gigantenduell zwischen dem spanischen und englischen Meister verspricht jedenfalls Spannung bis zum Schluss. "Wir haben noch ein Spiel vor uns, da wollen wir natürlich alles in die Waagschale werfen", sagte Alaba. "Die Qualität ist natürlich sehr, sehr hoch bei beiden Mannschaften. Da wird der kleinste Fehler bestraft", erklärte der österreichische Teamkapitän, der nach zwei Erfolgen mit Bayern München (2013, 2020) und dem Triumph mit Real im Vorjahr seinen vierten Titel in der Königsklasse längst nicht abgeschrieben hat.

Viel Zuversicht strahlte Rüdiger aus. Für den Deutschen steht zwar "wahrscheinlich das schwierigste Auswärtsspiel bevor, das es aktuell gibt im europäischen Fußball. Aber ehrlich gesagt, wir freuen uns drauf." Real habe die Spieler, die Erfahrung, "wir haben die Cojones (Eier), dahin zu gehen und zu gewinnen", gab sich Rüdiger selbstbewusst.

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Einig waren sich auch die beiden Trainer in ihrer Analyse. "Ich denke, beide Mannschaften haben das Gefühl, dass es ein gutes Ergebnis war", sagte Real-Coach Carlo Ancelotti. "Wir haben vielleicht etwas besser gespielt und hätten den Sieg verdient gehabt, aber das ist eine Serie, die bis zur letzten Minute ausgeglichen sein wird. Wir müssen nächste Woche wieder genauso spielen", meinte der Italiener.

Ähnlich äußerte sich Guardiola. "Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel. Die haben getroffen, als wir etwas besser waren - und wir haben ausgeglichen, als sie besser waren. Alles wird in Manchester entschieden", sagte der Spanier, der mit Barcelona zweimal die Champions League gewonnen hat, sowohl mit den Bayern als auch seit 2016 mit Manchester City der wichtigsten Club-Trophäe bisher aber erfolglos nachjagt.

Haaland-Vater sorgt für Eklat

Zu einem Eklat ist es am Dienstag abseits des Spiels gekommen. Erlings Vater Alf-Inge Haaland wurde während der zweiten Halbzeit vom Wachpersonal samt Begleiter aus der VIP-Loge hinauskomplimentiert. Der Grund: "Alfie" - wie der Vater des Ex-Salzburgers genannt wird - und dessen Entourage hatten sich mit Fans des Heimteams angelegt.

Auf Videos ist unter anderem zu sehen, wie Alf-Inge Haaland die Fans mit einer obszönen Geste beleidigt. Man hört, wie die Real-Anhänger unter anderem "Fuera, fuera!" (Raus, raus) und "Tonto, tonto!" (Blödmann, Blödmann) skandieren. Einige spanische Medien versicherten, Papa Haaland habe Fans auch mit Erdnüssen beworfen. Papa Haaland habe ein "schreckliches Bild" abgegeben, das im Gegensatz zu dem Sportsgeist stehe, "den sein Sohn normalerweise auf dem Spielfeld zeigt", kommentierte das Fachblatt "Mundo Deportivo". (APA/dpa/Reuters)

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