Moderner Crossover

Sport im Herzen treibt den Alfa Romeo Tonale an

Model aus Mailand: Die Designer des Centro Stile haben wieder ganze Arbeit geleistet und den Tonale zum perfekt proportionierten und hinreißend schönen SUV geformt.
© Fellner

Cuore Sportivo! Das Segment moderner Crossover ist mit dem Alfa Romeo Tonale um einen begehrenswerten Vertreter reicher. Außen und innen betört der Mailänder die Sinne. Das Fahrerlebnis folgt dem Markencredo.

Innsbruck – Dem nachhaltig anhaltenden Trend hin zum SUV kann sich kein Hersteller entziehen – nicht einmal italienische Sportwagenhersteller wie Ferrari oder Maserati. Das gilt erst recht für den Volumenhersteller Alfa Romeo, der bislang einzig den gehobenen SUV-Markt mit dem Stelvio erfolgreich bedient. Mit dem von Grund auf neu entwickelten Tonale starteten die Mailänder nun aber in Richtung des heiß umkämpften Kompakt-SUV-Segments durch.

Die Werte der Marke rund um das in Ehren gehaltene „Cuore Sportivo“ sollen den 4,5-Meter-Crossover von der Konkurrenz abheben. Die Operation scheint geglückt. So zog im TT-Test im Raum Innsbruck kaum einmal ein SUV so viele Blicke von Passanten auf sich wie unser Tonale in Montreal-Grün (die Farbe ist eine Reminiszenz an einen einstigen Traumsportwagen – den Alfa Romeo Montreal der siebziger Jahre). Und so gilt: Mit dem neuen Alfa bleiben Sie am Straßenrand oder an der Tankstelle selten allein. Nicht nur Alfisti fühlen sich von der Formensprache des Tonale angezogen. Kraftvolle Front, elegantes Heck, schöne Seitenlinie – so stilvoll kann ein SUV aussehen. Innen setzt sich das Fest der Sinne fort. Eine Koexistenz von Klassik und Moderne wurde ganz im Stil von Alfa Romeo umgesetzt. Wirkt sportlich, zitiert bis hin zu den schön gemachten digitalen Armaturen die Vergangenheit und überzeugt mit ansprechender Qualität.

Noch wichtiger: Der Tonale ist nahezu optimal zu bedienen. Die Menüführung des Multimediaschirms ist logisch und das induktiv aufgeladene Handy kommuniziert kabellos mit dem System. Vieles andere wird jedoch per Tastendruck konventionell bedient – wie die verchromten Lüftungsregler praktisch und schön. Die sportlich geschnittenen (aber richtig bequemen) Sitze und das ideal in der Hand liegenden Lenkrad (auch optisch ein Genuss) lassen Fahrer und Maschine dann schon nach den ersten Kilometern zur Einheit verschmelzen. Kurvige Landstraßen machen klar: Alfa blieb Alfa. Enormer Grip an der Vorderachse, williges, zielgenaues Einlenken (im Fahrmodus „Dynamica“) und eine in SUV-Kreisen eher seltene Wendigkeit bringen markengemäßen Fahrspaß. Die am Testwagen montierten Brembo-Bremsen machten dies alles mit beeindruckender Verzögerung mit.

Für die Beschleunigung war im Test der als Mildhybrid konzipierte 160-PS-Benziner zuständig. Wie der technisch idente (48-Volt-Technik) 130-PS-Benziner und der 130-PS-Diesel fährt er mit Frontantrieb, Allrad bietet der 280-PS-Plug-in-Hybrid (Aufladung per Kabel).

Der 160-PS-Hybrid fährt im Normalmodus sehr effizient und koordiniert seine Kräfte merkbar mit dem Stromaggregat. In der Stadt fährt er so mit zartem Gasfuß auch ganz sanft elektrisch an und hält diesen Vortrieb über kurze Strecken. Wechselt der Fahrer auf „d“ (Dynamica), ändert sich das Wesen des Tonale jedoch grundlegend. Spontanes Ansprechen, druckvolle Beschleunigung, schnelles Schalten – so geht Alfa. Obwohl wir letztlich dem Charakter des Wagens verpflichtet waren und so praktisch nur auf „d“ fuhren, hielt sich der Verbrauch mit rund sieben Litern in erfreulichen Grenzen.

Trotz der sportlichen Form überraschend gut: das Raumangebot und der gut nutzbare Kofferraum mit doppeltem Ladeboden. 500 bis 1550 Liter Laderaum stehen hier zur Verfügung. Erreicht wird er serienmäßig (je nach Ausstattung) über eine elektrische Heckklappe.

Auch finanziell ist der neue Tonale erreichbar. Mit 130 PS startet das SUV mit Stil ab 35.900 Euro. Unser „Speciale“ steht für 41.326 Euro vor der Türe.