Unwetter-Rundschau

Entgleiste Züge, Muren, Hochwasser: Was zwei Tage Dauerregen in Österreich angerichtet haben

Einsatzkräfte in Bad Gleichenberg in der Steiermark. Die tagelangen Regenfälle führten vielerorts zu Überschwemmungen und Murenabgängen.
© APA/BFVFB/K. LENZ

Wien – Die Situation in Österreich ist bei weitem nicht so dramatisch wie in Norditalien. Dennoch hat der anhaltende Dauerregen auch hierzulande seine Spuren hinterlassen. Bisher wurden in diesem Monat bereits die Niederschlagsmengen eines durchschnittlichen gesamten Mai erreicht. So hat es von Dienstag bis Mittwochvormittag in vielen Regionen innerhalb von 24 Stunden zwischen 20 und 50 Millimeter geregnet. Laut Experten der Geosphere Austria waren es bei Fraxern in Vorarlberg mancherorts sogar um die 90 Millimeter.

In der Steiermark hat der tagelange Regen zu Überschwemmungen, Murenabgängen und Hangrutschungen geführt. Besonders betroffen waren die Bezirke im Süden und Osten: In Gamlitz (Bezirk Leibnitz) beschädigte ein rutschender Hang eine Mauer eines Pflegeheims. Erde und Gestein drückten die Balkontüren des Heims ein und drangen in die Zimmer ein – die Bewohner waren zu dem Zeitpunkt bereits nicht mehr in den Räumen. In Straß entgleiste Dienstagabend der Triebwagen eines Personenzugs wegen einer Mure. Auch in Tirol ging Geröll auf Bahngleise ab.

Hochwasser-Warnung in Wien

In Wien wurde bereits eine Hochwasser-Warnung ausgesprochen. Dies sei allerdings eine vorbeugende Routinemaßnahme, sagte Thomas Kozuh-Schneeberger von der MA 45 am Mittwoch im Ö1-Mittagsjournal. „Eine Hochwasserwarnung wird intern ausgesprochen, wenn der Pegel in Korneuburg auf einen Wert von 5,30 Metern und darüber hindeutet." Damit würden unter anderem Maßnahmen zur sicheren Ableitung des Hochwassers durchgeführt.

In Niederösterreich hat der starke Regen ebenfalls zu erhöhten Wasserständen gesorgt, in Oberösterreich gab es bereits kleinere Überflutungen, in Steyr wurde die Vorwarnstufe ausgelöst. Während im Burgenland die Lage bislang ruhig blieb, kamen aus Salzburg und Kärnten erste Meldungen über kleinräumige Überschwemmungen. In Vorarlberg musste die Feuerwehr bereits ausrücken, besonders betroffen ist die Ortschaft Weiler, wo zu Hangrutschen kam und mehrere Keller und Tiefgaragen unter Wasser stehen.

Normalerweise gibt es unten am Wienfluss eine Rad-Strecke, davon ist nach dem langen Regen nichts mehr zu sehen.
© APA/GEORG HOCHMUTH

Der Wonne-Monat Mai war bislang aber nicht nur außerordentlich nass, sondern auch schneereich. Bis zu 30 Zentimeter Neuschnee lagen in der Früh in den Hohen Tauern am Sonnblick (3109 Meter Seehöhe) und bei der Rudolfshütte (2317 Meter). Auf der Villacher Alpe (2117 Meter) waren es 16 Zentimeter Neuschnee und am Feuerkogel in Oberösterreich (1618 m) drei Zentimeter.

Laut den Meteorologinnen und Meteorologen setzte sich der Starkregen am Mittwoch noch in vielen Regionen fort, Entspannung ist aber im Laufe der Nacht auf Donnerstag zu rechnen. Die kommenden Tage sollen nur noch vereinzelte Regenschauer bringen und zeitweise soll sich auch die Sonne zeigen. (TT.com, APA)

📽️ Video | ZiB-Beitrag zum Starkregen in ganz Österreich

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