Die Tierpfleger im Alpenzoo: Von Putzfrauen für Bären und Köchen für Birkhühner
Die Beziehung der Tierpfleger des Innsbrucker Alpenzoos zu ihren Schützlingen ist innig. Warum sonst würden sie Adler mit „Ciao Mausl“ begrüßen. Hauptberufliche Streichler sind sie allerdings nicht – sondern harte Arbeiter, die oft 22.000 Schritte täglich zurücklegen.
Über die Angst konventioneller Arbeitnehmer vor verbalen Attacken der Kollegen kann Hanna Steinlechner nur lachen. Die 26-Jährige wappnet sich nicht mit Worten gegen Übergriffe ihrer „Mitarbeiter“ – sondern mit Pfefferspray. Völlig zu Recht, wenn man sieht, wie die Schwazerin den ersten Termin des Tages bestreitet.
Auf allen vieren klettert sie durch die schmale Türe eines Drahtzauns. Regen tropft auf ihre Shorts und den Jausenkübel. Jeder ihrer Schritte wird bereits beobachtet – von Seniorin Donna, die hoch über Steinlechner thront, geräuschlos herabblickt und statt einer Begrüßung beginnt zu würgen.
Keine allzu charmante Geste. „Doch bei Steinadlern ein gutes Zeichen“, kommentiert die Tierpflegerin des Innsbrucker Alpenzoos, während sie sich bedächtig nähert. Sie selbst hat die sechs Zentimeter langen Krallen der 32-jährigen Adlerin bisher nur sanft berührt: „Doch Donnas Gefährte Till musste notoperiert werden, als sie sich beim ersten Aufeinandertreffen in seinen Körper krallte.“
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