160.000 Menschen greifen in Tirol zur Zigarette: Rauchen verkürzt das Leben um elf Jahre
Anlässlich des morgigen Weltnichtrauchertages machen Tiroler Präventionsinitiativen auf die Gefahren des Rauchens und die Entwöhnungs-Angebote aufmerksam.
Innsbruck – In Tirol greifen rund 120.000 Menschen, also 18 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahre, täglich zur Zigarette. Über ein Drittel davon hat in den vergangenen Jahren erfolglos versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Tiroler Präventionsinitiativen wollen Raucher dabei unterstützen und auch auf die Gefahren aufmerksam machen. Denn Rauchen verkürze die Lebenszeit im Schnitt um elf Jahre. „Neun Prozent aller 2019 verstorbenen Tiroler starben infolge von Lungenkrebs oder an einer ,chronisch obstruktiven Lungenerkrankung‘ (COPD). Das sind wesentlich mehr, als an den Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum oder an illegalen Drogen sterben“, erklärt Christian Haring, Obmann der Suchthilfe Tirol, bei einer Pressekonferenz anlässlich des morgigen Weltnichtrauchertages.
Tiroler Studie
Anti-Aging für die Zellen
Seit 2017 haben fast 700 Tiroler an den Rauchfrei-Kursen der Suchthilfe Tirol teilgenommen. „Langfristig haben es dadurch 30 Prozent geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören“, so Stefan Öhler, Sportpsychologe und Koordinator des Rauchfrei-Programms.
Im Rahmen der Tirol-Gesund-Studie und der SUN-Tirol-Studie in Zusammenarbeit mit der Suchthilfe Tirol werden aktuell auch die zahlreichen Auswirkungen eines Rauch-Stopps auf die Gesundheit untersucht. „Dabei legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Frage, ob ein Feedback der positiven Auswirkungen des Rauchstopps die Teilnehmer motiviert, nachhaltig mit dem Rauchen aufzuhören“, erklärt Martin Widschwendter, Leiter des onkologischen Forschungsinstituts „EUTOPS“ in Hall in Tirol. Widschwendter glaubt, dass durch das Feedback doppelt so viele Kursteilnehmer wie bisher langfristig mit dem Rauchen aufhören. Bei der Studie, die 2023 endet, sind 100 Teilnehmer dabei.
Seit März ist auch das Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol (LIV) mit einem Pilotprojekt, in das acht Arztpraxen eingebunden sind, im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung an Bord. „Risikofaktoren wie das Rauchen bedeuten, dass man noch nicht krank ist, aber Gefahr läuft, in weiterer Folge zu erkranken. Und genau hier möchten wir gemeinsam ansetzen, indem über das LIV ein weiteres Beratungsgespräch, konkret bezogen auf den jeweiligen Risikofaktor, organisiert wird“, berichtet Institutsvorstand Bernhard Pfeifer. Raucher könnten so besser abgeholt werden.