KFV warnt vor hohem Todesrisiko beim E-Bike und fordert Helmpflicht
Vor allem ältere Menschen steigen gerne auf ein E-Bike um, doch die Umgewöhnung erfolgt nicht immer glatt, die Unfall- und Todes-Risiken steigen einer KFV- Studie zufolge erheblich.
Wien – Immer mehr E-Bikes sind auf Bergen und Straßen unterwegs und damit tauchen die elektronischen Drahtesel auch vermehrt in den Unfallstatistiken auf. Denn wie aus einer Studie des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hervorgeht, bringt besonders der Umstieg auf ein E-Bike einige Probleme mit sich. Die 1676 befragten E-Bikern nannten vor allem folgende: das höhere Gewicht, ein anderes Bremsverhalten und das schnellere Tempo. Mit der Folge, dass sich bezogen auf die gefahrenen Kilometer für E-Bike-Fahrende ein fast dreimal so hohes Risiko ergibt, dabei tödlich zu verunfallen, hieß es am Montag in einer Aussendung.
Aufgrund der hohen Verletzungsschwere fordert das KFV neuerlich eine Helmpflicht für E-Bike- sowie auch für E-Scooter-Fahrende. Immerhin liegt die Helmtragequote bei Fahrrädern erst bei 41 Prozent, bei E-Bikes aber schon bei 62, erläuterte Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit. Obwohl laut einer Umfrage des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) 680.000 Personen ab sechs Jahren wöchentlich mit dem E-Bike fahren – bei steigender Tendenz, aber 2,3 Millionen Menschen das konventionelle Fahrrad benutzen, sind im Vorjahr exakt jeweils 20 Personen mit einem E-Bike und 20 mit einem Fahrrad tödlich verunglückt.
Fast ein Drittel der Verletzten über 65
Das (KFV) erklärt, wo beim Umgewöhnen von Fahrrädern auf E-Bikes die häufigsten Probleme liegen. Es gelte auch zu berücksichtigen, dass mit dem E-Bike mehr Kilometer zurückgelegt werden als mit dem Fahrrad. Eine besonders gefährdete Personengruppe auf E-Bikes sind ältere Menschen. Unter den Verletzten der vergangenen Jahre war fast jeder Dritte 65 Jahre alt oder noch älter, bei den Getöteten waren zwei Drittel 65 Jahre alt oder noch älter.
„E-Bikes sind zwar bequemer, aber die elektrische Tretunterstützung verleitet leider auch zu schnellerem Fahrverhalten", sagte Robatsch. KFV-Verkehrssicherheitsexpertin Ernestine Mayer appelliert auf die Absolvierung von E-Bike-Fahrsicherheitskursen auf freiwilliger Basis – insbesondere für ältere Personen.
Zu den Hauptunfallursachen von Kollisionen mit E-Bikes zählen im Vierjahresdurchschnitt die Vorrangverletzung/Rotlichtmissachtung mit 43 Prozent, Unachtsamkeit/Ablenkung (20) und Missachtung von Ge- oder Verboten (13). Laut Hochrechnung von KFV-Erhebungen in ausgewählten Krankenhäusern im Rahmen der IDB-Austria werden im Schnitt pro Jahr rund 10.000 Personen beim E-Bike-Fahren so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Neben dem Helm fordert der KFV unter anderem auch die rasche Umsetzung der neuen RVS –„Radverkehr", die im Vorjahr präsentiert wurde. (APA)
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