Investor gefunden

Dermapharm übernimmt Anteile von Absamer Pharmaproduzent Montavit

Die Absamer Montavit kann jetzt die Sanierung durchziehen
© Falk

Das deutsche Pharmaunternehmen übernimmt „wesentliche Anteile“ der Tiroler Firma. Über vertragliche Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

Absam – Das Absamer Pharmaunternehmen Montavit hat nun den Investor gefunden, um die nötige Sanierung durchzuziehen. Der deutsche Arzneimittelhersteller Dermapharm hat mit 7. Juni „wesentliche Anteile“ an Montavit – konkret an der Pharmazeutische Fabrik Montavit Gesellschaft m.b.H. – übernommen, wie der Tiroler Familienbetrieb gestern bekannt gab. Über die hundertprozentige Tochtergesellschaft Dermapharm AG sei das bayerische Unternehmen mit etwas mehr als 50 Prozent eingestiegen, konkretisierte die geschäftsführende Gesellschafterin Katherina Schmidt gegenüber der TT. Der Beschäftigtenstand – 175 Mitarbeiter in Absam plus rund 40 Mitarbeiter international – bleibe bestehen. „Durch diesen Zusammenschluss ist die Absicherung der Arbeitsplätze, des Standorts und der Erhalt und die Weiterentwicklung unseres Produktportfolios gelungen“, so Schmid. Über die vertraglichen Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden.

Montavit war im Februar mit 45 Mio. Euro Schulden in die Insolvenz geschlittert. Mit dem Investor steht nun der Sanierung des 1945 gegründeten Tiroler Arzneiherstellers nichts mehr im Weg. Die Gläubiger erhalten laut Sanierungsplan bis April 2025 30 Prozent ihrer Forderungen, das erste Drittel davon wurde unlängst überwiesen.

Die Tiroler entwickeln und produzieren in Absam Arzneimittel und Medizinprodukte, vor allem für die Therapiebereiche Urologie, Gynäkologie, Allergietherapie und pflanzliche Arzneimittel. Für Dermapharm stelle Montavit „eine sehr interessante Erweiterung des Sortimentes“ dar, erklärte Dermapharm-Vorstandschef Hans-Georg Feldmeier. Insbesondere auf dem Gebiet der Urologie gelte Montavit seit den 1970er- Jahren als Pionier.

Dermapharm-Mehrheitseigentümer Wilhelm Beier ist in Tirol kein Unbekannter. Über die Themis-Beteiligungs-AG übernahm die deutsche Pharma-Milliardärsfamilie Anfang 2021 die Mehrheit beim Schlosshotel Lebenberg in Kitzbühel. In der Gamsstadt besitzt die Beier-Familie auch eine großzügige Villa.

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