Architekten-Appell an die Innsbrucker Stadtpolitik: „Bis Herbst noch umdenken“
Die Kontroversen um das geplante Wohnbau-Großprojekt Innstraße 115 in Innsbruck reißen nicht ab. Im Gegenteil: Führende Vertreter der Tiroler Architektenschaft, die bereits Ende Mai mit einem offenen Brief und massivster Kritik für Aufsehen gesorgt hatten, legten am Dienstagnachmittag bei einem Pressegespräch unmissverständlich nach: Sie warnen vor einem „Präzedenzfall“ mit gravierenden Folgen – und fordern die Stadtpolitik noch zum Umdenken auf.
Innsbruck – In der östlichen Innstraße, in denkbar markanter Hanglage, plant die Firma Schwarzweiss Immobilien, eine terrassenförmige Bebauung mit insgesamt 64 frei finanzierten Wohnungen. Wie mehrfach berichtet, ermöglicht ein neuer Bebauungsplan – dessen Auflage vom Gemeinderat Ende April mehrheitlich beschlossen wurde – gegenüber dem bisherigen eine massive Steigerung der Nutzfläche von 3200 auf 5700 m2. Gegen das Bauvorhaben sind zahlreiche Stellungnahmen eingegangen, über sie entscheidet der Gemeinderat voraussichtlich erst im Herbst – und damit auch endgültig über die Bebauungsplanänderung.