Parakletter-Weltcup in Innsbruck

Hallerin Jasmin Plank verpasst Heimsieg: „Leider habe ich falsch taktiert“

Edith Scheinecker jubelte nach ihrem zweiten Rang.
© KVÖ/Nils Lang

Nur wegen der langsameren Zeit verpasste Jasmin Plank beim Parakletter-Weltcup in Innsbruck die Wiederholung ihres Vorjahressieges. Angelino Zeller siegte, zweite Ränge für Pösendorfer und Scheinecker.

Innsbruck – Jasmin Plank saß in ihrem Rollstuhl und blickte drein wie nach sieben Tagen Regenwetter. Dabei hatte die 34-jährige Hallerin gerade bei blitzblauem Himmel und unter den Anfeuerungsrufen der in Scharen gekommenen Fans eine tolle Finalshow geboten. Wie schon in der Qualifikation war die Lokalmatadorin gleichauf mit der Norwegerin Dina Eivik, was letztlich zu einem Zeitentscheid führte. Und da lag Plank um 28 Sekunden im Hintertreffen. „Ärgerlich, weil ich eigentlich die schnellere Kletterin bin. Wir haben uns aber für eine andere Taktik entschieden und haben bewusst Pausen eingelegt“, erklärte sie mit nassen Augen. „Dass ich jetzt wegen der schlechteren Zeit nicht gewonnen habe, schmerzt umso mehr.“ Sagte es und wurde umgehend von ihrem Assistenzhund Chiara getröstet. Der Schäfer-Husky-Mischling hatte zur Feier des Finalabends das mintfarbene österreichische Nationalteamtrikot übergestreift und zauberte zumindest vorübergehend ein Lächeln bei seinem Frauchen hervor.

Lokalmatadorin Jasmin Plank musst erst von Hündin Chiara getröstet werden.
© Ischia

Wenig später brandete der wohl lauteste Jubel an diesem Finalabend durch das Kletterzentrum. Und der Grund hierfür hieß Angelino Zeller. Der zweifache Weltmeister, der seit einem Paragleitunfall 2017 querschnittgelähmt im Rollstuhl sitzt, hantelte sich in unnachahmlicher Art und Weise nach oben, hatte zwischenzeitlich die Muse, von oben in Richtung Publikum zu winken, um am Ende das Top nur um wenige Züge zu verpassen. „In Innsbruck ist es immer ganz besonders und vor Familie und Freunden ist man zusätzlich motiviert“, sagte der 26-jährige Grazer und verwies seinen Teamkollegen Markus Pösendorfer und den US-Amerikaner Tanner Cislaw mit Respektabstand auf die Ehrenplätze.

Der siegreiche Angelino Zeller beeindruckte mit einer Galavorstellung.
© KVÖ/Nils Lang

Für das standesgemäße Happy End in Rot-weiß-rot sorgte schließlich Edith Scheinecker. Die 56-jährige Oberösterreicherin belegte in der Kategorie der hochgradig Sehbehinderten Rang zwei hinter der Britin Abigail Robinson (24). Linda Le Bon und Daniel Wiener freuten sich über ihre ersten Finalteilnahmen.

Die Weltcupwoche wird heute Mittwoch mit der Boulder-Qualifikation (9–14 Uhr) und dem Halbfinale der Damen (ab 19.30) fortgesetzt.

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