Klimaprotest im Westen Innsbrucks: Polizei trug Aktivisten von der Straße
Am dritten Tag der Klimablockade-Woche setzten die Aktivisten der "Letzten Generation" Mittwochfrüh im Westen Innsbrucks auf die Unterstützung Gottes. Das half nicht viel: Die Polizei löste die Proteste auf.
Innsbruck – Am dritten Tag der Klimablockade-Woche waren rund 25 Aktivisten der "Letzten Generation" Mittwochfrüh im Westen Innsbrucks aktiv. So blockierten sie unter anderem die Kranebitter Allee bei der Kreuzung Fischerhäuslweg. Die Polizei leitete den Verkehr dort über die Technikerstraße um. Es kam allerdings immer wieder zu Verzögerungen. Die Polizei löste schließlich an zwei "Standorten" die nicht angemeldeten Versammlungen nach rund einer Stunde auf.
Auch die Völser Straße und die Karl-Innerebner Straße wurden blockiert. In Götzens leitete die Polizei den Verkehr in Richtung Neugötzens großräumig um, die Götzner Straße in Richtung Innsbruck war im Frühverkehr völlig dicht. Busse, Lkw und Pkw aus Richtung Inntal und Mittelgebirge mussten längere Verzögerungen in Kauf nehmen.
Zwei klebten sich fest, andere räumten freiwillig die Straße
Mehrere Personen wurden schließlich von Polizisten von der Straße getragen und angezeigt. Konkret betraf dies jene Demonstranten, die auf der Völser Straße und in der Kranebitter Allee, Kreuzungsbereich Fischerhäuslweg, die Fahrbahnen blockierten. Es sei eine Einzelfallbeurteilung durchgeführt worden, sagte ein Polizeisprecher zur APA. Dabei habe man festgestellt, dass sowohl der Verkehr in, als auch aus der Stadt betroffen war und es zudem bereits einen Rückstau auf die Autobahn gab. Daraufhin entschloss man sich, einzuschreiten. Nachdem sich die Aktivisten nicht von selber entfernen hatten wollen, wurden sie von den Beamten weggetragen. In zwei Fällen klebten sich die Betroffenen fest. Im Bereich der Karl-Innerebner-Straße räumten sie freiwillig das Feld.
Laut ÖAMTC reichten die Staus bis in die Gemeinde Völs im Bezirk Innsbruck-Land zurück. Die "Letzte Generation" forderte einmal mehr unter anderem Tempo 100 auf den Autobahnen und ein Verbot weiterer Öl- und Gasbohrungen.
Kirchenvertreter zur Unterstützung dabei
Unterstützung bekamen die Aktivisten am Mittwoch von "ganz oben": Mit Gottes Hilfe sollte auf den drohenden Klimakollaps hingewiesen werden. Vertreter:innen der katholischen, evangelischen und altkatholischen Kirche nahmen an den Aktionen in Innsbruck teil. Klaus Heideggerist, Vorsitzender der Katholischen Aktion, verteidigte den Protest: "Vor 40 Jahren sind wir als Katholische Jugend auf den Straßen Innsbrucks unterwegs gewesen und haben Flugblätter für Tempo 80/100 verteilt. Wir haben unzählige Petitionen geschrieben, Unterschriften gesammelt, Pressekonferenzen veranstaltet und Gespräche mit Parteien geführt. Nun sind wir den Kippunkten gefährlich nahe: Die Permafrostböden tauen, wie der Bergsturz am Fluchthorn zeigt. Daher bin ich dankbar, dass 40 Jahre später die 'Letzte Generation' den Mut zu zivilem Ungehorsam aufbringt." (TT.com)
Weitere Aktion in Innsbruck
Straßen in Hötting blockiert: Klimaaktivisten legten ganzen Stadtteil lahm
Mehrere Personen angezeigt