Die Enttäuschung sprach Bände

Osttiroler Gall verlor Gesamtführung bei Tour de Suisse, Mäder reanimiert

Auf der rasanten Abfahrt vom Albulapass verlor Felix Gall entscheidende Sekunden.
© IMAGO

Auf der Königsetappe der Tour de Suisse verlor der Osttiroler Felix Gall am Donnerstag das Führungstrikot. Der 25-Jährige ärgerte sich über die letzte Abfahrt.

La Punt – Wenn sich in einen Top-10-Platz im Nachgang einer Tour-de-Suisse-Etappe Ärger mischt, spricht das Bände: Die Ansprüche sind gestiegen, Felix Gall fährt mittlerweile nicht mehr nur mit. „Ich bin erst mal enttäuscht, das Gelbe Trikot verloren zu haben“, sagte Gall, der auf der Königs­etappe am Donnerstag nach 211 Kilometern und 4700 Höhenmetern knapp hinter weiteren Favoriten mit 58 Sekunden Rückstand als Achter ins Ziel kam. Der 22-jährige Däne Mattias Skjelmose war am Ende als Tages-Zweiter vier Sekunden schneller und hat in der Gesamtwertung dank der Zeitbonifikation nun ein Polster von acht Sekunden auf Gall. Der Spanier Ayuso ist neuer Dritter (+18 Sek.), viel aussagekräftiger aber scheint das Ergebnis von Weltmeister Remco Evenepoel: Der Belgier liegt als Tages-Zehnter (+1:20 Min.) mittlerweile 46 Sekunden zurück.

Ärgerlich, dass ich in der Abfahrt ein paar Sekunden verloren habe. Es war verdammt schnell, da ist das Loch vor mir aufgegangen.
Felix Gall (Osttiroler Radprofi)

Die Erklärung für seinen Rückfall hatte Felix Gall schnell gefunden: „Ärgerlich, dass ich in der Abfahrt ein paar Sekunden verloren habe. Es war verdammt schnell, da ist das Loch vor mir aufgegangen. Skjelmose hatten wir zwischenzeitlich abgehängt, er ist über die Abfahrt aber zurückgekommen“, erklärte Gall und kündigte einen Kampf bis zum Schluss an. „Es ist noch nicht vorbei, ich bin immer noch Zweiter in der Gesamtwertung“, sagte der Osttiroler.

Sichtlich enttäuscht kam Felix Gall als Achter ins Ziel – aufgrund der Zeitbonifikation verlor der Osttiroler sein Gelbes Trikot.
© IMAGO/Fotoreporter Sirotti Stefano

Michael Gogl (Alpecin-Deceuninck) und Marco Haller (Bora) hatten sich lange in einer 19-köpfigen Spitzengruppe befunden, auf dem Albulapass konnten die beiden Österreicher aber nicht mehr mithalten.

Am Freitag hofft Gall neuerlich auf einen Coup, seine Form scheint augenblicklich einiges möglich zu machen: „Es ist noch nicht vorbei, der Freitag wird wieder ein langer Tag mit einem hügeligen Finale“, schickte der 25-Jährige am Donnerstag eine Kampfansage an die Konkurrenz voraus.

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Schweizer Mäder musste nach Sturz reanimiert werden

Überschattet wurde die Etappe von schweren Stürzen des Schweizers Gino Mäder und des US-Amerikaners Magnus Sheffield in der Abfahrt vom Albulapass hinunter ins Ziel nach La Punt. Tour-de-Suisse-Direktor Olivier Senn sagte, beide seien im Krankenhaus.

86. Tour de Suisse

5. Etappe Fiesch – La Punt (211 km): 1. Ayuso (ESP/UAE Team) 5:23:01, 2. Skjelmose (DEN/Trek-Segafredo) +0:54, 3. Bilbao (ESP/Victorious) gl. Zt.; 8. Gall (AUT/AG2R) +0:58; 10. Evenepoel (BEL/Soudal) +1:20 Min.

Punktewertung: 1. Van Aert (Jumbo-Visma) 42, 2. Skjelmose 26, 3. Gall 20.

Bergwertung: 1. Eenkhorn (NED/Pascal Lotto Dstny) 42; 4. Gall 24.

Gesamtwertung: 1. Skjelmose 16:43:41, 2. Gall 0:08, 3. Ayuso 0:18, 4. Evenepoel 0:46.

Donnerstag, 6. Etappe: La Punt – Oberwil-Lieli (215,3 km).

Freitag, 7. Etappe: Tübach – Weinfelden (162,7 km). Sonntag, 8. Etappe: St. Gallen – Abtwil (25,7 km/Einzelzeitfahren).