Kommentar

Kürzere Arbeitszeit, mehr Jobs: Alle glücklich, oder nicht?

Für den Tiroler Wirtschaftskammer-Präsidenten ist eine 32-Stunden-Woche nicht vorstellbar. Er ist nicht der einzige Wirtschaftspolitiker, für den eine 40-Stunden-Woche derzeit das wirksamste Mittel gegen den akuten Arbeitskräftemangel ist. Nun hält eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo dagegen. Eine Arbeitszeitanpassung an die Wünsche der Beschäftigten hätte „überschaubare gesamtwirtschaftliche Auswirkungen“. Bei vollem Lohnausgleich und auch ohne Lohnausgleich würde sich das Bruttoinlandsprodukt in zehn Jahren um 0,9 Prozent verringern. Aber wer weiß schon, was in zehn Jahren sein wird? Sicher scheint allerdings, dass sich ohne Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte Arbeitsmarkt und Gesellschaft massiv verändern. Denn die Zahl der Mangelberufe steigt immer schneller an. Es gibt zu wenig Techniker, Krankenpflegerinnen, Zimmerer, Spenglerinnen, Tischler, Schmiede.