Luxus auf vier Rädern

Mercedes EQS SUV im Test: Stuttgarter Luxus-Stromer

Der markante Black-Pannel-Kühlergrill dominiert auch beim EQS SUV die Front und sorgt schon im Stand für entsprechendes Aufsehen.
© Letzner

Das Mercedes EQS SUV ist – wie eigentlich alle anderen „S“-Modelle auch – purer Luxus auf vier Rädern. Zudem haben die Schwaben das Design der Limousine gekonnt auf die hochbeinige Variante übertragen.

Inzing – Wenn man auf einen Mercedes mit einem „S“ im Namen trifft, dann ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Schließlich nimmt man in einem Schwaben der Sonderklasse Platz und will demnach auch verwöhnt werden. Das verhält sich auch beim Mercedes EQS SUV nicht anders, weshalb wir uns riesig darauf gefreut haben, dem hochbeinigen Luxus-Stromer aus dem Hause Mercedes etwas genauer unter das Blechkleid zu schauen. Kürzlich war es so weit, und wir durften den Mercedes EQS SUV 450 4Matic in Empfang nehmen.

Auf den ersten Blick ist die Verwandtschaft des EQS SUV mit dem E-Vorreiter der Sternenflotte, dem EQC, deutlich erkennbar. Allerdings ist er merklich größer als der „C“, was vor allem dann einleuchtet, wenn man bedenkt, dass zwischen den beiden noch ein EQE SUV Platz haben muss. Der Radstand der SUV-Variante ist der gleiche wie bei der Limousine. Allerdings schwebt man in ihr 20 Zentimeter höher über dem Asphalt. Das und die serienmäßige Luftfederung sind vor allem beim Fahrkomfort spürbar. Unebenheiten werden beinahe völlig weggebügelt, wo andere Autos gefühlt fast abheben, bleibt der große Stern stoisch ruhig.

Im Innenraum empfängt einen der EQS mit viel Komfort und modernsten Technologien. Hochwertige Materialien, bequeme Sitze und eine erstklassige Geräuschdämmung schaffen eine einladende Atmosphäre, in der man sich sofort wohlfühlt. Ein echtes Highlight ist das digitale Cockpit (im Fachjargon der MBUX Hyperscreen genannt), welches sich über das gesamte Armaturenbrett zieht und eigentlich aus drei einzelnen Displays besteht. Mit ihnen lassen sich – per Touch-Bedienung natürlich – eine Vielzahl an Infotainment-Funktionen steuern. Wer will, der kann ganz einfach Ladestopps einplanen oder sich während der Fahrt massieren lassen.

Apropos Fahren: Der segelnde Schwabe ist eine echte Klasse für sich. Allradantrieb, Allradlenkung und 360 PS Leistung sorgen dafür, dass man stets souverän unterwegs ist, und das, obwohl es sich beim 450er um die schwächere Variante handelt. Das Auto pulverisiert in sechs Sekunden die 100-km/h-Marke und fühlt sich beim Fahren auch wesentlich kleiner und leichter an – und das, obwohl unser EQS stolze 2,8 Tonnen auf die Waage bringt. Die Reichweite des EQS ist ebenfalls beeindruckend – mit einer vollen Ladung kann man problemlos über 500 Kilometer zurücklegen, ohne sich Gedanken über die nächste Ladestation machen zu müssen. Wir brauchten im Schnitt 22 kW/h auf 100 Kilometer, und wer über eine 200-kW-Ladestation verfügt, der kann den 108 kW großen Akku innerhalb von 30 Minuten laden (bis 80 %).

So beeindruckend der Mercedes EQS auch ist, hat er auch seinen Preis: Die Basis kostet 105.896 Euro. Die entsprechenden Kreuze in der Liste der aufpreispflichtigen Extras treiben den Preis dann schnell nach oben: 168.898 Euro hätte unser Testwagen gekostet.

Die Technik

  • Motor: Elektromotor
  • Kapazität: 108 kWh
  • Drehmoment: 800 Nm
  • Leistung: 265 kW/360 PS
  • L/B/H: 5125/2157/1718 mm
  • Gewicht: 2810/3380 kg
  • Kofferraumvolumen: 195 – 2100 l
  • Reichweite: ca. 520 km
  • Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
  • 0 – 100 km/h: 6,0 Sekunden
  • Verbrauch: 22,0 kWh/100 Kilometer
  • Kraftübertragung: Allradtrieb
  • Preis: 168.898 Euro
  • CO2-Emission: 0 g/km