Tiroler Weinfachhandel: „Es wird weniger geschüttet, dafür mehr genossen“
Österreicher trinken weniger Wein, greifen aber verstärkt zu Qualität, so der Tiroler Weinfachhandel. Er setzt auf Beratung und Regionalität.
Innsbruck – Der verregnete und frische Frühling hatte heuer zunächst auch die Lust auf den Gastgarten und das Glaserl Wein noch eingebremst. Mit den gestiegenen Temperaturen blicken auch die Tiroler Weinfachhändler zuversichtlich in den Sommer. „Hoch im Kurs sind derzeit der Rosé und auch Schaumweine wie Sekt oder Prosecco“, schildert Elisabeth Gottardi, stv. Obfrau Tiroler Weinfachhandels. Auch achte der Kunde beim Wein zunehmend mehr auf die Qualität. Daher werde vielleicht zwar die eine oder andere Flasche weniger gekauft, dafür aber hochwertiger. Oder, wie es Obmann Dietmar Meraner formuliert: „Im Vergleich zu früher wird weniger geschüttet, dafür mehr genossen.“ Rund 26 Liter Wein trinkt jeder Österreicher im Jahr. In den 1970er-Jahren waren es pro Kopf noch 35 Liter.
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Gefragt sei zunehmend auch die Beratung. „Der Weinfachhandel in Tirol hat eine lange Tradition. Die Kunst ist es, den richtigen Wein an die richtigen Kunden für den richtigen Anlass zu bringen“, schildert Gottardi. Österreichische Weine seien sehr beliebt, betonen die Fachleute. „Bei uns haben Regionalität und Produkte aus Österreich einen hohen Stellenwert.“
Mengenmäßig spielt Wein aus Nord- und Osttirol eine bescheidene Rolle. Hierzulande wird auf lediglich 25 Hektar Fläche bzw. mit 10 Hektar Rebfläche Wein angebaut. Rund 20.000 Flaschen Wein würden insgesamt pro Jahr produziert, schildert Meraner. Zum Vergleich: Alleine das Rosalia-Weinbaugebiet in der Steiermark komme auf die zehnfache Anbaufläche.
Etwas mehr als 80 Winzer (mit und ohne Weinverkauf) gibt es in Tirol. Unter den rund 70 Mitgliedern im Tiroler Weinbauverband findet sich aber nur einer, der den Beruf im Vollerwerb ausübt. Alle anderen betreiben den Weinbau laut dem Verband im Nebenerwerb oder als Hobbywinzer ohne Verkauf. Die Kreationen der „Alpen-Winzer“ können sich aber zunehmend sehen lassen, wird festgehalten. Immer mehr edle Tropfen landen auf dem Tisch. Mit ein Grund: Der Klimawandel spielt den Tirolern in die Hände.
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