6 Fragen an Expertin: „Ab 20 Grad wird es für den Hund kritisch“
Johanna Stadler, Geschäftsführerin der Pfotenhilfe, erklärt, warum im Sommer der Hund im eingesperrten Auto schnell kollabiert und wie man einem in Not geratenen Vierbeiner helfen kann.
1. Warum warnen Sie explizit davor, den Hund im Sommer, auch bei einem kurzen Einkauf, im Auto zu lassen? Hunde suchen sich immer einen Schattenplatz, weil sie ein schlechteres Auskühlsystem als Menschen haben, die über ihr größtes Organ, die Haut, schwitzen. Hunde können die Körpertemperatur nur über das Maul mit Hecheln und die Pfoten regulieren. Deswegen erleiden sie schnell einen Kreislaufkollaps oder einen Hitzschlag und schlussendlich können sie daran auch sterben.
2. Ab wie viel Grad wird es für einen Hund kritisch? Schon ab 20 Grad. Und ein Auto heizt sich schnell auf. Man fühlt das selber, wenn man an der Ampel steht und keine Zugluft mehr hineinkommt.
3. Wie erkennt man, ob es einem Hund im Auto zu heiß ist? Wenn der Hund versucht, aus dem Auto zu kommen oder an der Scheibe klebt und/oder ganz stark hechelt – das sind Anzeichen. Ganz schlimm ist es, wenn um den Mund Schaum steht.
4. Wie kann jemand helfen, der einen Hund in Not im Auto entdeckt? Andere Passanten aufmerksam machen und eingreifen. Einer soll am Auto bleiben und der andere soll den Fahrzeughalter ausrufen lassen, das geht zum Beispiel am Parkplatz eines Einkaufszentrums. Und wenn möglich, das Auto abschatten. Wenn niemand kommt, die Polizei rufen. Sie kann entscheiden, ob das Auto aufgebrochen wird oder nicht.
5. Wie soll ein überhitzter Hund abgekühlt werden? Behutsam, keinesfalls kalt duschen, das könnte einen Herzinfarkt auslösen. Erst den Hund in den Schatten legen, dann ihm wohltemperiertes Wasser zum Trinken geben und mit einem nassen Handtuch einwickeln. Und wenn er darauf nicht reagiert, sofort zum Tierarzt bringen.