Buhlschaft und Tod

„Vielleicht ist mein Kleid heuer nicht so wichtig“: Valerie Pachner im Interview

Valerie Pachner stand schon länger auf dem Wunschzettel der Salzburger Festspiele. Ihr Engagement im „Jedermann“ gilt vorerst für ein Jahr.
© APA/FRANZ NEUMAYR

Valerie Pachner debütiert am 21. Juli als Buhlschaft und Tod im Salzburger „Jedermann“. Das Stück hält sie wegen der Klimakrise für hochaktuell.

Michael Maertens brauchte 27 Sekunden, um für die Rolle des Jedermann zuzusagen. Wie lange hat es bei Ihnen im Fall der Buhlschaft gedauert?

Valerie Pachner: (lacht) Das war bei mir schon anders. Ich stand einige Zeit im Gespräch mit den Salzburger Festspielen. Ich überlegte, was ich mit der Buhlschaft anfangen sollte. Es gab zunächst die Idee, ein Monologstück für die Buhlschaft verfassen zu lassen, das dann parallel aufgeführt wird. Damit hätte sie größere Präsenz. Vergangenen Sommer erhielt ich dann das Angebot, die Buhlschaft und den Tod zu spielen. Da sagte ich zu.

Dass eine Person Buhlschaft und Tod spielt, ist im „Jedermann“ neu.

Pachner: Das ist sehr reizvoll. Mit diesen beiden Rollen kann ich mich von der Frauenfrage lösen, die ständig um die Buhlschaft kreist: Wer ist sie, warum hat sie so wenig zu sagen? Frauen sind facettenreich. Die Buhlschaft bietet mit ihren wenigen Szenen gar nicht die Fläche, um das alles abzuhandeln. Vielleicht ist das Kleid der Buhlschaft heuer gar nicht mehr so wichtig. Es könnte interessanter sein, wie die Buhlschaft als Tod rüberkommt.