Massive Felsstürze in Tirol: Land der Berge unter Beobachtung
Nach dem Felssturz 2017 in Vals und am Fluchthorn vor zwei Wochen stellt sich die Frage, ob Berge in Tirol permanent beobachtet werden müssen. Der Fokus liegt beim Land Tirol aber primär auf Siedlungsgebieten. Aus der Luft wird seit 2006 zusätzlich gescannt.
Vierteljährlich erhält der Valser Bürgermeister Klaus Ungerank einen Mess-Bericht über den Zustand des nördlichen Talhangs seiner Gemeinde. Dieser ist in der Regel sehr erfreulich. „Seit dem Felssturz im Jahr 2017 sind die Bewegungen minimal“, ist Ungerank erleichtert. Zu Weihnachten vor fünf Jahren hatte ein gewaltiger Felssturz 150 Menschen im Tal eingeschlossen. 120.000 Kubikmeter Felsen, Steine und Geröll waren damals herabgedonnert. Es sei sehr gut zu wissen, dass seitdem ganz genau gemessen werde, sagt Ungerank. Denn noch ist die Erinnerung an die Geschehnisse von damals nicht verblasst.
Die Messanlage, die Ungerank die guten Nachrichten liefert, wurde vom Land – genauer von der Abteilung Geoinformation und der Wildbach- und Lawinenverbauung – installiert und später an die Gemeinde übergeben. Ein privater Betreiber betreut nun die fünf so genannten Fissurometer im Berg, die die Spaltenbreiten an den problematischen Stellen messen. Bewegen sich diese merklich, schlägt das System Alarm. Im Tal steht eine kleine Holzhütte für Messgeräte mit der Aufschrift „Wir messen für Ihre Sicherheit“.