Auf Waggon geklettert: Mann (30) erlitt in Innsbruck lebensgefährlichen Stromschlag
Fatales Ende einer Rauschaktion am Frachtenbahnhof. Ein 30-Jähriger erlitt Verbrennungen am ganzen Körper. Auch seine Begleiterin, die ihn retten wollte, wurde schwer verletzt.
Innsbruck – Gegen 23.10 Uhr gingen am Freitag ein 30-jähriger Tiroler und seine gleichaltrige Begleiterin laut ersten Angaben der Frau nach einem Lokalbesuch mit reichlich Alkoholkonsum am Innsbrucker Hauptfrachtenbahnhof zunächst spazieren.
Plötzlich sei der Mann auf die – letztlich lebensgefährliche – Idee gekommen, auf einen Kesselwagen zu klettern. Dabei kam der Alkoholisierte laut den bisherigen Erhebungen in den Stromkreis der 15 KV-Oberleitung und erlitt einen Stromschlag. Als die Frau den Mann wegziehen wollte, habe auch sie einen Stromschlag bekommen, und beide Personen fielen vom Waggon auf das Gleisbett.
Unbeteiligte, welche den Knall des Spannungsüberschlags wahrgenommen hatten, verständigten die Rettungskräfte. Nach der notärztlichen Erstversorgung wurden der Mann mit lebensgefährlichen Verletzungen (schwerste Verbrennungen am gesamten Körper) und die Frau mit schweren Verletzungen (Verbrennungen an beiden Beinen) in die Klinik eingeliefert.
Weitere Erhebungen zum Unfallhergang wurden von der Polizei durchgeführt. Auf Anfrage der TT bestätigte die Klinik gestern, dass der 30-Jährige mittlerweile bereits in eine andere Klinik verlegt wurde – und somit gestern noch am Leben war.
Bei den Österreichischen Bundesbahnen herrscht Bestürzung. ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair gestern zur TT: „Solche Vorfälle machen uns immer sehr betroffen, da sie meist mit schwersten Verletzungen und lebenslangen Folgen oder gar mit dem Tod enden. Meist betrifft es bedauerlicherweise zudem junge Leute.“ Die ÖBB haben deshalb unter passaufdichauf.at eine spezielle Webseite für Bürger und Schulen eingerichtet, die die Gefahren auf Bahnhöfen aufzeigt. Im Übrigen warnt Gasser-Mair eindringlich: „Ein Bahnhof ist kein Abenteuerspielplatz. Man muss zudem eine Oberleitung gar nicht direkt berühren, um in deren Stromkreis zu geraten!“