25 Jahre Audi TT: Das Rendezvous mit einer Ikone
Vor 25 Jahren feierte der Audi TT seine Premiere: Die TT war bei der ersten Ausfahrt im italienischen Gubbio dabei.
Gubbio, Kaprun – Spätsommer 1998: Da steht er nun auf dem Parkplatz vor dem Hotel in Gubbio, der brandneue Audi TT. Mit Spannung erwartet. Der erste Rundgang um den puristischen Sportwagen mit einem 179 PS starken 1.8 Turbo-Benziner unter der Haube macht schon einmal klar: Der hat die ewige Jugend gepachtet. Eine Skulptur auf Rädern und ein Fest für die Sinne. Mutig gezeichnet vom US-Designer Freeman Thomas unter dem damaligen Audi-Designchef Peter Schreyer nach den Grundsätzen des Bauhausstiles, die einfache, klare und symmetrische Formen und Funktion in sich vereinen.
„Den haben wir nach euch benannt“, sagt der damalige Pressesprecher von Porsche Austria, Hermann Becker. Netter Scherz, aber wir wissen natürlich, dass TT nicht für Tiroler Tageszeitung, sondern für die legendäre Tourist Trophy auf der Isle of Man steht. Doch die schreibende Zunft ist sich am Anfang nicht ganz einig. Die Meinungen reichen von „wunderschön“ bis „ein bisserl zu rund gelutscht“.
Dann sind wir auf kurvenreichen Bergstraßen unterwegs und lassen dem Fahrspaß freien Lauf. Bis uns eine rote Kelle und zwei Carabinieri zum Fahrbahnrand bitten. Autsch, das könnte jetzt teuer werden, denn wir waren sehr flott unterwegs. Zu flott am Ende? Doch die beiden Gesetzeshüter interessieren sich nur für das Auto. „Bella Macchina, bellissima Macchina“, geraten die Polizisten ins Schwärmen. Und jetzt wissen wir es ganz genau: Wenn die autobegeisterten Italiener ein Auto für schön befinden, dann ist es schön. Basta!
Ein bisserl unberechenbar war der erste TT aber auch. Bei plötzlichen Lastwechseln oder heftigem Bremsen in schnellen Kurven drohte sich das Heck zu verabschieden. Was Rallye-Ass Walter Röhrl einen trockenen Kommentar entlockte: „Wenn der Otto-Normalfahrer bei 200 Sachen plötzlich vom Gas geht, fährt der Audi plötzlich rückwärts!“ Mit der Aufrüstung auf das damals noch neue ESP waren die Probleme aber rasch behoben, das exzellente Sportfahrwerk konnte seine Qualitäten voll ausspielen.
Szenenwechsel, 25 Jahre später: Wir haben wieder ein Rendezvous mit dem Audi TT der ersten Stunde. Und auch wenn inzwischen in zwei weiteren Generationen das Aussehen behutsam und stilsicher den aktuellen Designtrends angepasst wurde, der Ur-TT hat nichts von seiner Faszination verloren. Längst ist er zur Design-Ikone geworden. Und die beiden Nachfolger, die natürlich auch technisch und motorisch bis zu 400 PS hochgerüstet wurden, haben die Grundform übernommen.
Die Jubiläumsfahrt auf den Großglockner weckt Erinnerungen und Emotionen. In die Wiedersehensfreude mischt sich aber auch Wehmut. Der Audi TT, Spaßgarant und Spielkamerad für Generationen von Autofans, wird sich von der automobilen Bühne verabschieden. Ende des Jahres wird die Produktion dieser Modellreihe eingestellt. Insgesamt sind von der ersten Generation knapp 179.000 Stück vom Band gelaufen. In Österreich wurden vom Coupé 1748 Stück abgesetzt, vom Roadster (1999 bis 2006) 831 Stück. Viele davon sind – liebevoll gehegt und gepflegt – immer noch auf den Straßen unterwegs.
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