Dritter Teil von Wagners „Ring“
Wann ist ein Held ein Held? „Siegfried“ als tiefgründige Charakterstudie
Wenn Siegfried (Vincent Wolfsteiner) anpackt, dann lodern die Flammen – auch bei den Tiroler Festspielen in Erl.
© Xiomara Bender
Dritter Teil von Richard Wagners „Ring“ in einer grandiosen Fassbaender-Inszenierung bei den Festspielen in Erl.
Erl – Siegfried gilt gemeinhin als Held, einer, der mit dem Schwert in der Hand Drachen tötet, mutig und ohne Furcht ist. Bei Richard Wagners drittem Ringteil, der am Samstag bei den Tiroler Festspielen Erl Premiere hatte, ist der Titelheld zwar mutig, aber auch ein naiver Kerl. Einer, der lieber zuhaut als redet und der mangels Eltern – das sind die Geschwister Siegmund und Sieglinde, die im zweiten Ringteil für ihren Inzest von Göttervater Wotan bestraft werden – nichts von Liebe und Wärme weiß. Seinem Ziehvater Mime geht es auch nur um den Schatz der Nibelungen, den ihm sein Ziehsohn beschaffen soll.
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