📾 SpektakulĂ€re Bilder

Island erlebt dritten Vulkanausbruch binnen drei Jahren

Die Lava sprudelte aus einem lÀnglichen Erdspalt hervor.
© KRISTINN MAGNUSSON

Nach 2021 und 2022 sprudelt auch 2023 glĂŒhende Lava auf einer Halbinsel sĂŒdwestlich von Reykjavik. Die IslĂ€nder kennen das Naturspektakel mittlerweile ganz gut – und bleiben gelassen.

Reykjavik – Auf Island ist es im dritten Jahr in Folge zu einem vulkanischen Ausbruch mit spektakulĂ€ren Bildern gekommen. Die Eruption begann am spĂ€ten Montagnachmittag (Ortszeit) auf derselben Halbinsel sĂŒdwestlich der Hauptstadt Reykjavik, auf der sich bereits in den beiden Vorjahren sprudelnde und spritzende Lava ihren Weg an die ErdoberflĂ€che gebahnt hatte. Wie lange das erneute Naturschauspiel diesmal zu sehen sein wird, ist unklar. Störungen des Flugverkehrs seien nicht zu befĂŒrchten, teilte die islĂ€ndische Regierung mit.

Die Eruption habe gegen 16.40 Uhr direkt nordwestlich des Berges Litli-HrĂștur auf der dĂŒnn besiedelten Reykjanes-Halbinsel begonnen, teilte die islĂ€ndische Wetterbehörde Vedurstofa mit. Mittlerweile habe sich eine gut 900 Meter lange Erdspalte aufgetan, die Lava fließe deutlich schneller als bei den vorherigen AusbrĂŒchen in der Gegend.

Eruption in Island

Die Eruption sieht nicht so aus, wie sich viele Menschen einen klassischen Vulkanausbruch vorstellen: Statt eines massiven Lavastroms, der aus einem kegelförmigen Vulkan in die Luft schießt, sprudelte die Lava vielmehr aus einem lĂ€nglichen Erdspalt hervor. Diese Art von Ausbruch wird auch als Spalteneruption bezeichnet. Sie fĂŒhrt in der Regel nicht zu großen Explosionen oder riesigen AschesĂ€ulen.

Live-Aufnahmen aus dem Gebiet zeigten aber dichte Rauchschwaden ĂŒber der glĂŒhenden Lava. Die Wetterbehörde warnte vor starker und gefĂ€hrlicher Gasbildung, die sich bis in die Hauptstadtregion erstrecken könnte. Reisende sollten das Vulkangebiet meiden, bis Experten die Bedingungen vor Ort beurteilt hĂ€tten. Die beiden AusbrĂŒche 2021 und 2022 hatten viele Vulkanologen, aber auch Wanderer und Touristen angezogen.

Das Vulkangebiet liegt etwa 40 Kilometer von Reykjavik entfernt am sĂŒdwestlichen Zipfel der Insel, unweit des Hauptstadtflughafens. In dem Gebiet war es zuletzt im August 2022 und davor im MĂ€rz 2021 zu vulkanischen AusbrĂŒchen gekommen, die sich durch zahlreiche Erdbeben angekĂŒndigt hatten. Auch diesmal rechneten Experten aufgrund Tausender Beben in der Region mit einem neuen Ausbruch, zuletzt gab es am spĂ€ten Sonntagabend das bislang heftigste des aktuellen Erdbebenschwarms mit einer StĂ€rke von 5,2.

WĂ€hrend Reykjavik der wesentliche Ballungsraum der Nordatlantik-Insel mit ihren knapp 390 000 Einwohnern ist, leben auf der Reykjanes-Halbinsel relativ wenige Menschen. Die Gefahr fĂŒr Wohngegenden und wichtige Infrastruktur werde als gering betrachtet, teilte die islĂ€ndische Regierung mit. Auch die internationalen Flugkorridore blieben geöffnet.

Im FrĂŒhjahr 2010 hatte das noch ganz anders ausgesehen: Ein großer Vulkanausbruch katapultierte Island damals schlagartig auf die Titelseiten internationaler Medien. Der Ausbruch des schwer aussprechbaren Vulkangletschers Eyjafjallajökull stĂŒrzte den internationalen Flugverkehr damals ĂŒber Tage ins Chaos. (dpa)