Zu warm und mit heftigen Unwettern: So war der Juli 2023 in Österreich
Der zu Ende gehende Monat ist mit +1,5 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel einmal mehr deutlich zu warm ausgefallen. In Summe reiht er sich unter die Top 10 der wärmsten Juli-Monate seit 1767. Prägend waren aber auch schwere Gewitter samt heftiger Sturmböen.
Innsbruck ‒ Dass der Juli 2023 ein extrem heißer Monat war, zeigt sich in der ersten Monatshälfte. Vor allem der 11. Juli war von Höchsttemperaturen geprägt. Bludenz erreichte an diesem Tag schweißtreibende 37,7 Grad – die zweithöchste je in Vorarlberg gemessene Temperatur. Mit 38,1 Grad vor gut 40 Jahren bleibt der Ländle-Rekord knapp in Feldkirch. In Innsbruck wurden am selben Tag 37,3 Grad gemessen.
☀️🌡️ Höchste Juli-Temperaturen 2023:
- 37,7 Grad Bludenz, Vorarlberg (11. Juli)
- 37,3 Grad Innsbruck-Uni, Tirol (11. Juli)
- 37,2 Grad Bad Vöslau, Niederösterreich (10. Juli)
Selbst auf über 3000 Metern wurden am 11. Juli sehr hohe Temperaturen gemessen. Mit 10 Grad über den normalen Höchstwerten eines Julis (etwa 15,7 Grad) wurde auf dem Sonnblick in den Hohen Tauern auch ein neuer Wärmerekord für eine der langdienendsten Wetterstationen der Welt erreicht. Seit Messbeginn 1886 wurden hier insgesamt erst fünf Mal die 15 Grad geknackt.
Etliche Hitzetage und Tropennächte
Österreichweit betrachtet schließt der Juli laut Wetterdienst Ubimet rund 1,5 Grad zu warm ab, vergleicht man ihn mit dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020.
In Neusiedl am See gab es von 1991 bis 2020 im langjährigen Mittel etwa zehn Hitzetage, an denen das Thermometer über 30 Grad kletterte. Im heurigen Juli gab es insgesamt 16 solcher Tage. 15 Hitzetage erreichten aber unter anderem auch Wien-Stammersdorf und Mistelbach. In Innsbruck waren es zehn. Außer in Kärnten und der Steiermark gab es in allen Bundesländern Temperaturen über 35 Grad.
Zudem wurden zahlreiche Tropennächte registriert, in der Wiener Innenstadt sanken die Temperaturen 15 Mal und somit nahezu in jeder zweiten Nacht nicht unter die Marke von 20 Grad. Podersdorf kommt auf 10.
Heftige Gewitter und Sturmrekord in Innsbruck
Doch die Hitze brachte auch einiges an Gewittern und Stürmen mit sich. In der Nacht von 11. auf 12. Juli zog eine Gewitterlinie von Vorarlberg über Tirol bis Oberösterreich, in letztgenanntem Bundesland wurden an mehr als der Hälfte aller Stationen neue Juli-Sturmrekorde aufgestellt.
In der darauffolgenden Nacht wurde in Bad Radkersburg in der Südoststeiermark eine Orkanböe von 119 km/h gemessen – und das, obwohl noch nie zuvor überhaupt mehr als 100 km/h auf Messgeräten in dieser Region angezeigt wurden.
🌬️ Stärkste Windspitzen Niederungen:
- 161 km/h Innsbruck-Flughafen (18. Juli)
- 123 km/h Waizenkirchen, Oberösterreich (12. Juli)
- 121 km/h Reichersberg, Oberösterreich (12. Juli)
Weitere Sturmrekorde folgten bereits wenige Tage später. Am 18. Juli wurden am Flughafen Innsbruck 161 km/h gemessen. Diese Zahl stellt einen neuen Rekord auf und bildet die österreichweit fünfthöchste je gemessene Böe abseits der Bergstationen.
Insgesamt brachten die schweren Gewitter nicht nur extreme Windgeschwindigkeiten, sondern auch zentimetergroße Hagelkörner mit sich, welche beide für zahlreiche Zerstörungen in Österreich verantwortlich waren.
Zerstörte Häuser und Wälder
Spur der Verwüstung durch Orkan-Böen in Tirol: Massive Schäden in Wäldern
Lokalaugenschein in Silz
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