Generali Open in Kitzbühel

Thiem verlor Finale in Kitzbühel, dafür holte Erler die Kastanien aus dem Feuer

Dominic Thiem zog die Massen in Kitzbühel wieder in seinen Bann.
© APA/EXPA/STEFAN ADELSBERGER

Dominic Thiem verlor das Endspiel der Generali Open am Samstag klar. Dafür gewann der Tiroler Alexander Erler nach 2021 erneut den Doppeltitel.

Kitzbühel – Die Chancen, dass Dominic Thiem nach vielen heroischen Tennis-Schlachten, insbesondere nach dem 3:30-Marathon im Halbfinale am Freitagabend gegen Laslo Djere mit fünf abgewehrten Matchbällen, irgendwann (etwas) die Kraft verlassen wird, waren vor dem Finale leider groß.

Das Happy End mit dem ersten Turniersieg seit den US Open 2020, eine Wiederholung des Kitzbühel-Triumphs von 2019 und der insgesamt 18. Titel blieben gegen den argentinischen Sandplatzspezialisten, der einst die Nummer eins der Junioren-Weltrangliste war, dann letztlich aus. Báez breakte Thiem im ersten Satz früh zum 3:1 und ließ danach wenig anbrennen. Und im stärker werdenden Regen und mit der Müdigkeit vom Vortag in den Knochen stand Thiem im zweiten Durchgang dann auf verlorenem Posten. Der 22-jährige Báez, der in der Weltrangliste auf Rang 52 hochsteigen wird, brachte mit einem weiteren Break zum 6:1 nach nur 1:20 Stunden seinen zweiten Tour-Turniersieg in diesem Jahr unter Dach und Fach.

Ich habe mich körperlich gut gefühlt. Es waren einige gute Sachen dabei, die zu spät gekommen sind.
Dominic Thiem (ÖTV-Star)

Dominic Thiem, der ja lange mit den Nachwirkungen einer Handgelenksverletzung kämpfte, verließ die Generali-Arena aber auch als Sieger. „Ich habe mich körperlich gut gefühlt. Es waren einige gute Sachen dabei, die zu spät gekommen sind“, meinte der 29-jährige Niederösterreicher. „Ich war nicht aggressiv genug, habe ihn kein einziges Mal gebreakt, hätte besser retournieren müssen. Manche Dinge reichen dann nicht gegen einen Báez.“

Im Finale gegen Sieger Sebastián Báez (r.) musste er den Strapazen der Vortage aber letztlich Tribut zollen.
© APA/EXPA/Adelsberger bzw. gepa

Thiem konnte erhobenen Hauptes aus den Tiroler Bergen abreisen, tankte viel Kraft – „es war eine ganz, ganz besondere Woche“ – und kehrt in der Weltrangliste nach der Kitz-Show zumindest unter die Top 90 zurück. Nun wartet bis zum Turnier in Winston Salem (USA/20.–26.8.) eine Pause. „Ich habe Woche für Woche durchgespielt, jetzt muss ich an einigen Sachen arbeiten, um besser zu spielen.“

Der 25-jährige Kufsteiner Alexander Erler (l.) gewann mit Lucas Miedler nach 2021 erneut in Kitzbühel.
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Im Anschluss übernahm ein Tiroler Hausherr das Zepter am Center Court. Und er führte es erfolgreich zu seinem zweiten Titel bei den Generali Open. Nach dem Sensations-Coup 2021 schlug der Tiroler Alexander Erler erneut zu und holte sich gemeinsam mit dem Tullner Lucas Miedler die blaue Kitz-Trophäe. Das stärkste österreichische Doppel setzte sich als topgesetzte Paarung im Endspiel mit 6:4, 6:4 gegen Gonzalo Escobar/Aleksander Nedowjesow (ECU/KAZ) durch.

Zweimal Kitzbühel zu gewinnen ist unglaublich. Wir sind auch nicht 35, vielleicht gewinnen wir noch mal.
Alexander Erler (Tiroler Tennis-Ass)

Für den 25-jährigen Kufsteiner war es mit Miedler der insgesamt fünfte ATP-Titel, der dritte in der laufenden Saison. „Zweimal Kitzbühel zu gewinnen ist unglaublich. Wir sind auch noch nicht 35 Jahre alt, vielleicht gewinnen wir es ja noch mal“, schmunzelte Erler bei der Pressekonferenz. „Es ist eine Wahnsinnsgeschichte für uns. Freund und Familie waren auch da.“

Das Masters in Toronto (CDN) kommende Woche werden die beiden auslassen. Der Grund? Miedler: „Wir werden jetzt erst einmal feiern. (rost)

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