💡 Infos & Hinweise

Gut zu wissen: So kann man durch Organspende Leben retten

Die Transplantation wichtiger Organe kann Leben retten. Wer kommt dafür infrage und wie ist das, wie läuft eine Organspende ab und was gilt es zu beachten? Wir klären auf.
© APA/AFP/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT

Wenn Menschen schwer erkranken, hilft in manchen Fällen nur eine Organtransplantation, um ihre Lebensqualität zu verbessern oder ihnen gar das Leben zu retten. Die Regelungen für eine Organspende sind je nach Land unterschiedlich, in Österreich gilt die Widerspruchsregelung. Was das bedeutet und wer für eine Organspende überhaupt infrage kommt, lesen Sie hier.

📋 Wer darf in Österreich Organe spenden?

Prinzipiell kommen alle Menschen unabhängig ihres Alters, bei denen ein irreversibler Hirntod festgestellt wurde, als Spender und Spenderinnen infrage. Die medizinische Vorgeschichte wird zur Feststellung des Hirntods herangezogen, eine hohe Medikation zentral wirksamer Substanzen muss ausgeschlossen werden. Litt der Verstorbene akut an einer Krebserkrankung, an AIDS oder Tuberkulose, kommt er beziehungsweise sie nicht als SpenderIn infrage.

❔ Wie werde ich zum Organspender?

In Österreich gilt die Widerspruchsregelung – das heißt, dass jede/r automatisch als Spender/Spenderin infrage kommt, wenn er oder sie für hirntot erklärt wird.

Es gibt die Möglichkeit, sich zu Lebzeiten dagegen auszusprechen, Änderungen oder Löschungen vorzunehmen. Dafür muss ohne Angabe von Gründen ein Widerspruchsformular ausgefüllt und an die „Gesundheit Österreich GmbH“ übermittelt werden. Vice versa bekommen aber auch Personen, die im Widerspruchregister aufscheinen,ein Spenderorgan, wenn sie eines benötigen.

Bei unmündigen Minderjährigen – das sind Personen unter 14 Jahren – können die gesetzlichen Vertreter und Vertreterinnen dieses Formular unterschreiben. Nach Vollendung des 14. Lebensjahres ist ein Neueintrag der betroffenen Person notwendig.

Die Spendeorgane werden durch die gemeinnützige Stiftung „Eurotransplant“ vermittelt und koordiniert. Dabei wird auf die Kompatibilität (wie etwa Alter und Gewebestruktur) von Spender/- in und Empfänger/-in geachtet. Zum Verbund der „Eurotransplant“ gehören Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Slowenien und Ungarn.

📊 Welches Organ wird am häufigsten benötigt?

Die Niere. Gleichzeitig sind die Wartezeiten auf eine Spenderniere mit ein bis drei Jahren im Durchschnitt aber auch besonders lang. Hier ist neben der Leichenspende auch eine Lebendspende möglich, da der menschliche Körper zwar zwei Nieren besitzt, jedoch auch mit einer Niere beschwerdefrei leben kann.

💰 Bekomme ich für eine Lebendspende Geld?

Nein. Die Lebendspende gilt in Österreich als uneigennützig und darf nicht Gegenstand von Rechtsgeschäften sein. Der Spender oder die Spenderin hat keinen Rechtsanspruch auf eine finanzielle Entschädigung, § 4 des Organtransplantationsgesetzes steht der Gewährung einer angemessenen Entschädigung für SpenderInnen nach Absprache jedoch auch nicht im Wege.

Gilt die Widerspruchsregeleung bei ausländischen Personen, die sich in Österreich aufhalten?

Personen, die nicht in Österreich wohnhaft sind, unterliegen bei einem Aufenthalt in Österreich grundsätzlich der Widerspruchsregelung und müssen sich daher auch ins Widerspruchregister eintragen lassen, wenn sie einer Organspende nicht zustimmen. Hier reicht ein im Ausweis mitgeführtes Schreiben, aus dem die Ablehnung deutlich hervorgeht. Im Normalfall wird aber zusätzlich ein Gespräch mit den Angehörigen der hirntoten Person geführt, bevor eine Organentnahme vorgenommen wird.

🔗 Weitere Antworten auf Ihre Fragen finden Sie hier.