„Stehen am Pannenstreifen“: Ex-SPÖ-Minister Androsch über Österreichs Politik
Der frühere SPÖ-Finanzminister, Banker und Großindustrielle Hannes Androsch geht mit der Politik der Bundesregierung hart ins Gericht. Kritik übt er aber auch am neuen SPÖ-Vorsitzenden Andreas Babler.
Sie waren als Finanzminister in der SPÖ-Alleinregierung mit der weltweiten Ölkrise konfrontiert. Ist die heutige Krise mit der Krise in den 1970er-Jahren vergleichbar? Und wenn ja, welche Maßnahmen haben Sie und die Regierung Bruno Kreisky damals gesetzt?
Hannes Androsch: Die heutige Energiekrise ist mit den Ölkrisen vergleichbar. In der Gegenwart sind aber noch weitere Krisen hinzugekommen, die durch die Pandemie entstanden sind. Zudem befinden wir uns in einer schwierigen Transformation ins digitale Zeitalter und erleben die Folgen der Erderwärmung. Trotzdem ist ein Vergleich mit den 1970er-Jahren heranzuziehen. Wir haben uns damals bewusst von einer Politik der Abgeltungen verabschiedet und stattdessen auf Innovation und Investitionen gesetzt, um so aus der schwierigen Situation herauszukommen. Die jetzige Bundesregierung macht das genaue Gegenteil.
Nach dem Prinzip „Koste es, was es wolle“.