Leitartikel

Fahrlässiges Wegducken

Pensionsreform? Allein bei diesem Wort sträuben sich bei Politikerinnen und Politikern fast aller Farben die Nackenhaare. Die Diskussionsverweigerung könnte uns noch allen auf den Kopf fallen – zumindest den Jüngeren.

Ist es Feigheit? Ignoranz? Die Kapitulation vor denen, die mit einfachen Antworten die großen Probleme lösen wollen? Tatsache ist, dass die Parteien schon lange aufgehört haben, sich über die Zukunft des Pensionssystems Gedanken zu machen. Eine Ausnahme sind nur die NEOS. Sie können es sich leisten, unpopuläre Themen anzupacken; ihre Anhängerschaft erwartet nichts anderes.

Selbst die ÖVP, die eine „Pensionsreform“ noch vor gar nicht allzu langer Zeit zur Fahnenfrage machte, hat sich von dem Thema verabschiedet. Den Vorwurf der „sozialen Kälte“ wollte Sebastian Kurz nicht riskieren. Und Nachfolger Karl Nehammer macht diese Flanke im Abwehrkampf gegen Herbert Kickls FPÖ erst recht nicht auf.