„Medaille gehört meiner Familie“: Tirolerin Schweinberger fuhr sensationell zu Bronze
Sensation bei der Rad-WM in Schottland: Die Tirolerin Christina Schweinberger fährt im Einzelzeitfahren haarscharf zur Bronze-Medaille.
Glasgow – Die Groß-Weltmeisterschaft fast aller Rad-Sparten in Glasgow (SCO) entwickelt sich für Österreich zum Erfolgsprodukt: Nach den beiden Goldmedaillen durch Valentina Höll und die Silzerin Mona Mitterwallner gab es durch die Tirolerin Christina Schweinberger am Donnerstag die nächste Medaille.
Die 26-jährige Jenbacherin raste im 36,4 Kilometer langen Zeitfahren überraschend auf den dritten Rang und schnappte sich mit Bronze ihre erste Medaille bei einem Großereignis. „Es ist unglaublich, ich habe jede Sekunde am Podium genossen. Diese Medaille gehört meiner Familie daheim, ich freue mich mega“, so Schweinberger, die um zwei Sekunden vor der viertplatzierten Britin Anna Henderson blieb. „Es lief viel besser als erwartet. Ab Kilometer 20 habe ich gemerkt, die Power ist noch da, jetzt muss ich durchziehen, das könnte etwas Großes werden.“
Am Ende gab es für Österreich die nächste Straßenrad-Medaille bei den Damen nach dem sensationellen Olympia-Triumph durch Anna Kiesenhofer in Tokio 2021. Die Niederösterreicherin kam am Donnerstag auf den 15. Rang. Schweinberger hatte 1:12,95 Minuten Rückstand auf die siegreiche US-Amerikanerin Chloé Dygert. Silber mit 5,67 Sekunden dahinter ging an die Australierin Grace Brown.
Die Doppelstaatsmeisterin war heuer schon mehrmals aus dem Schatten von Olympiasiegerin Kiesenhofer geradelt. Im Trikot des flämischen Fenix-Teams schaffte sie bei der Tour de France Femmes Platz fünf bei einer Etappe, zudem schaffte sie Top-Ten-Ergebnisse bei Gent-Wevelgem (5.) und Brügge-De Panne (8.).
In den Fußstapfen von Christiane Soeder
Schweinberger trat mit dem Erfolg in die Fußstapfen von Christiane Soeder, die ebenfalls im Einzelzeitfahren mit Silber 2008 und Bronze 2007 für die bisher einzigen rot-weiß-roten Einzel-Medaillen bei Straßen-Weltmeisterschaften gesorgt hat. Davor hatte der ÖRV-Vierer mit Helmut Wechselberger, Bernhard Rassinger, Mario Traxl und Hans Lienhart bei der Heim-WM der Amateure 1987 in Villach im Mannschaftszeitfahren über 100 km die Bronzemedaille gewonnen.
Stark war auch der Auftritt der jungen Zillertalerin Tabea Huys. Die 17-Jährige belegte im Junioren-Bewerb beim 13,5 km langen Zeitfahren in Stirling den elften Rang. Am Freitag sind die Herren an der Reihe. Der Tiroler Patrick Gamper schließt dabei auf dem 47,8 Kilometer langen Kurs an der Seite von Felix Ritzinger sein Großprogramm bei der WM ab. Großer Favorit ist einmal mehr Remco Evenepoel. (rost, APA)
Ergebnisse der Radsport-WM in Glasgow am Donnerstag:
Endstand Einzelzeitfahren Frauen (Stirling - Stirling, 36,2 km): 1. Chloe Dygert (USA) 46:59,80 Min. - 2. Grace Brown (AUS) +5,67 Sek. - 3. Christina Schweinberger (AUT) +1:12,95 Min. - Weiter: 15. Anna Kiesenhofer (AUT) +2.53,84