Nach Hochwasser: Aufräumarbeiten in Slowenien laufen auf Hochtouren
Neben den lokalen Einsatzkräften sind zahlreiche internationale Helfer im Einsatz. Auch das österreichische Bundesheer beteiligt sich mit zwei Hubschraubern an den Einsätzen. Besonders die Versorgung mit sauberen Trinkwasser macht den stark betroffenen Gebieten derzeit zu schaffen.
Ljubljana – In den slowenischen Katastrophengebieten laufen die Aufräumarbeiten eine Woche nach den Überschwemmungen weiterhin auf Hochtouren. Slowenischen Einsatzkräften stehen auch zahlreiche internationale Helfer mit schweren Maschinen und Hubschraubern zur Seite, laut Medienberichten kommen aus dem Ausland täglich neue Hilfsteams an. Seit Mittwoch fliegt auch das österreichische Bundesheer mit zwei Hubschraubern Hilfseinsätze.
Auch Militärhubschrauber aus Deutschland, Spanien, Ungarn und Serbien helfen aus. Man geht davon aus, dass die Lufteinsätze zur Versorgung der Bevölkerung mancherorts mindestens noch einen ganzen Monat notwendig sein werden. Viele Orte im Norden sind wegen der zerstörten Infrastruktur nach wie vor schwer erreichbar oder gar ganz abgeschnitten.
EU-weite Unterstützung
Aus dem Ausland kamen Hilfsteams auch mit schweren Geräten, insbesondere großen Baggern. Einsatzkräfte aus Frankreich, Deutschland, Kroatien und Österreich sind bereits an Ort und Stelle, am Freitag kamen auch Helfer aus Italien an, weitere waren aus Polen, der Slowakei, Serbien und Bosnien-Herzegowina angekündigt. Aus Nordmazedonien waren 100 Soldaten unterwegs, die einen Monat in Slowenien bleiben sollen. Auf dem Weg befand sich laut Medien ein Hilfskonvoi aus der Ukraine mit fünf Baggern, der im den Oberen Savinja-Tal aushelfen soll.
Hilfe wird in Form von modularen Brücken benötigt, da zahlreiche Übergänge zerstört wurden. Nach Angaben des EU-Kommissars für Katastrophenschutz, Janez Lenarčič, haben Mitgliedsstaaten im Rahmen des EU-Hilfsmechanismus bisher neun Behelfsbrücken zugesagt. Die Regierung hatte um insgesamt 40 ersucht. Der Technische Hilfswerk (THW) aus Deutschland hat am Freitag begonnen, eine Behelfsbrücke in Prevalje im Norden des Landes aufzustellen.
Zusätzliche Probleme verursacht in den am stärksten betroffenen Flutgebieten die Wasserversorgung, da in vielen Orten die Leitungen komplett zerstört wurden. Aus dem Meža-Tal, vor allem aus Črna na Koroškem, gab es mittlerweile erste Berichte über Magen-Darm-Erkrankungen.
Schaden beläuft sich auf mehrere Milliarden
Die slowenische Regierung hat am Donnerstag für die Fluthilfe mit Änderungen des diesjährigen Haushaltsplans insgesamt 520 Millionen Euro bereitgestellt. Heuer kann Slowenien auf weitere 100 Millionen aus dem EU-Solidaritätsfonds rechnen, aus dem es insgesamt 400 Millionen Euro erhalten soll. Der Schaden durch die katastrophalen Überschwemmungen dürfte nach ersten Einschätzungen mehrere Milliarden Euro betragen.
Internationaler Klimaaktivisten waren am Freitag nach Slowenien gekommen, um ihre Solidarität zu bekunden. Die Österreicherin Lena Woschitz: "In meiner Heimatstadt in Österreich habe ich diese Katastrophe bereits am eigenen Leib erfahren. Aber was ich hier in Slowenien sehe, macht mich in vielerlei Hinsicht sprachlos. Wir - als Jugendliche aus ganz Europa - rufen die europäischen Staats- und Regierungschefs auf und fordern, dass dies die letzte Katastrophe ist, bei der man wegschaut und nicht handelt." (APA)
Schätzungen hochgeschraubt
Überschwemmungen in Slowenien verursachten Schäden in Milliardenhöhe
Hochwasser in Südösterreich