Imst setzt Schritte Richtung Integration und Inklusion weiter
Imst – Fragen, ob sich der Aufwand für „die paar Behinderten“ überhaupt rentiere, oder für „wie viele Menschen mit Einschränkung“ derartige Investitionen getätigt werden, lassen Stadtrat Richard Aichwalder mittlerweile kalt. Dennoch muss er zugeben, dass ihn zu Beginn seiner Tätigkeit die Stammtisch-Floskeln irritiert, geärgert, aber letztlich noch stärker motiviert haben: „Heute sind wir dankbar, zumindest was die Infrastruktur in Imst betrifft, einen Schritt weiter zu sein.“
Aus der Damentoilette wurde nach letztlich aufwändigen Umbauten das erste barrierefreie WC im Stadtamt. Manchmal würde er sich schon fragen, ob wir „bereits alle im 21. Jahrhundert leben“, so Aichwalder angesichts klobiger, nicht abgeschrägter Gehsteigkanten oder fehlender Barrierefreiheit auf den öffentlichen Spielplätzen. „Das barrierefreie WC im Stadtamt wurde aus dem laufenden Budget finanziert“, informiert der Stadtrat. Aichwalder geht noch einen Schritt weiter und fordert dazu auf, Inklusion und Integration noch selbstverständlicher im Alltag zu denken.
„Wie muss sich ein Kind fühlen, das im Rollstuhl sitzt und gezwungen ist, anderen Gleichaltrigen beim Herumtollen am Spielplatz zuzuschauen, ohne mitspielen zu können?“, fragte Aichwalder nach und fand bei Stadtratskollegin Lena-Maria Harold im Schulverband sofort ein offenes Ohr. Da ohnehin Mittel für einen neuen Pausenhof in der Schule Auf Arzill bereitstanden, wird hier mit Schulbeginn der erste barrierefreie und – abseits der Schulzeiten – öffentliche Spielplatz nutzbar sein. „Es braucht nicht für alle alles, aber für jeden etwas“, nach diesem Motto werden ein Rollstuhlkarussell sowie eine breite Rutsche aufgestellt. „Die Mehrkosten halten sich in Grenzen, die Freude ist grenzenlos“, lobt der Imster Stadtrat.