Vor der Wahl im Oktober

„Instabilität wäre eine Katastrophe für Südtirol“: Arno Kompatscher im Interview

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher.
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Die autonomie-politischen Zusagen von Italiens Ministerpräsidentin Meloni bezeichnet Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher als überraschend. Und für ihn gibt es nur eine Südtiroler Volkspartei.

Herr Landeshauptmann, die Parteienlandschaft hat sich in Südtirol zersplittert, Ex-LR Thomas Widmann tritt mit einer eigenen Partei an. Was bedeutet das für die Sammelpartei SVP?

Arno Kompatscher: Das ist eine große Herausforderung. Europaweit weht Regierungsparteien ohnehin ein kalter Wind entgegen. Diese Gesamtentwicklung ist für Südtirol gefährlich, weil die Geschlossenheit immer die Stärke dieses Landes ausgemacht hat. Da geht es auch um die Vertretung gegenüber Rom.

In der Sammelpartei werden eigentlich verschiedene Strömungen und Flügel miteinander vereint. Zerbricht das?

Kompatscher: Wenn dieser Ausgleich zwischen den Interessengruppen nicht mehr gegeben ist, dann droht eine Instabilität. Das wäre eine Katastrophe für Südtirol.

Wird die SVP nach der Landtagswahl noch eine Sammelpartei sein?

Kompatscher: Im Vergleich zur Wahl 2018 verspüre ich sogar eine stärkere Geschlossenheit. Ich bedauere die Abspaltung sehr, sehe darin für die SVP aber gleichzeitig die Chance, zu alten Tugenden zurückzufinden.

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