Quote bei 2,8 Prozent

Tirol hat österreichweit die wenigsten Arbeitslosen

Während Tirol einen Beschäftigungsrekord aufweist, steigt die Arbeitslosigkeit im Rest Österreichs weiter an.

Innsbruck, Wien – Die Arbeitslosigkeit in Tirol ist weiter gesunken. Mit Ende August waren in Tirol 10.498 Personen arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um 405 Menschen weniger (–3,7 %). Bei 10.498 Arbeitslosen und geschätzten 364.000 unselbstständig Beschäftigten (+6000 Beschäftigte im Vorjahresvergleich) betrug die Arbeitslosenquote im August 2023 in Tirol 2,8 %. Während in allen anderen Bundesländern die Arbeitslosigkeit gestiegen ist, weist Tirol erneut die niedrigste Arbeitslosenquote auf.

Einer der wesentlichen Gründe für die gute Beschäftigungssituation in Tirol sei der starke Dienstleistungssektor, schreibt das AMS Tirol in einer Aussendung. „Die Arbeitslosigkeit sinkt nur noch in Tirol. Die starke Sommersaison im Tourismus ist dafür einer der wesentlichen Gründe“, wird AMS-Tirol-Chefin Sabine Platzer-Werlberger zitiert.

In der Beherbergung und Gastronomie ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr dennoch um 1,6 % auf 1413 Personen gestiegen. Gleichzeitig waren in der Sommersaison um rund 1600 Menschen mehr im Tourismus beschäftigt. Ebenfalls marginal gestiegen ist die Arbeitslosigkeit in der Baubranche (+9). Weiter rückläufig ist die Zahl der Jobsuchenden im Handel (-123), in der Warenherstellung (-70) und in der öffentlichen Verwaltung (-66).

Größtes Problem des Tiroler Arbeitsmarktes sei aktuell der Arbeitskräftemangel, schreibt das AMS Tirol. Ende August waren 8074 offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet.

Österreichweit treibt die abkühlende Konjunktur die Arbeitslosigkeit weiter in die Höhe. Ende August 2023 waren 320.759 Personen beim AMS arbeitslos oder in Schulung gemeldet, das sind um 11.328 mehr als noch im Vorjahr, teilte das Arbeits- und Wirtschaftsministerium mit. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent. Im Vorjahresmonat war sie noch bei 5,9 Prozent gelegen.

Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) sieht den heimischen Arbeitsmarkt trotz der schwächeren wirtschaftlichen Dynamik weiter als robust. So sei die Langzeitarbeitslosigkeit seit ihrem Höchststand im April 2021 mit damals 148.436 Personen fast halbiert worden.

Die FPÖ schoss sich in einer Aussendung hingegen auf die hohe Ausländerarbeitslosigkeit ein und attestierte Kocher, die Lage am Arbeitsmarkt schönzureden. Die Industriellenvereinigung fordert indes eine Steigerung von Leistungsanreizen, um Menschen in die Beschäftigung zu bringen. Die Arbeiterkammer wiederum pocht unter anderem auf mehr finanzielle Mittel, um die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen zu bekämpfen. Für den ÖGB ist vor allem ausreichendes und gut geschultes AMS-Personal gefragt. (TT, APA)

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