Im TT-Gespräch

US-Diplomatin Kennedy über transatlantische Beziehungen: „Wir planen keinen Kalten Krieg“

Diplomatin aus prominenter Familie: Victoria Kennedy vertritt die US-Regierung in Österreich.
© AFP/Halada

US-Botschafterin Victoria Kennedy lobt im Gespräch mit der TT Österreich, die transatlantischen Beziehungen und Amerikas Jugend.

Als Witwe des US-Senators und Präsidentenbruders Ted Kennedy gehören Sie zu einer berühmten politischen Dynastie. Macht das Ihren Job in Wien leichter?

Victoria Kennedy: Diesen Namen zu tragen, erinnert mich zuerst an meinen verstorbenen Ehemann, den ich geliebt und bewundert habe. Der Name ist mit seinem Vermächtnis und seinem Dienst an unserem Land verbunden. In einem größeren Sinn ist damit eine Familie gemeint, die meinem Land viel gegeben und auch die Welt verändert hat. Darauf bin ich sehr stolz. Aber bei meinem Job geht es um mich und um das, was ich tue.

Als Sie nach Wien gekommen sind, war die Welt noch eine andere. Seitdem ging es viel um Geopolitik. Welche Rolle kann ein kleines, neutrales Land wie Österreich dabei spielen?

Kennedy: Österreich bringt Menschen zusammen. Wir sind hier in Alpbach, wo Menschen aus ganz Europa zu Gesprächen versammelt sind. Österreich ist nicht moralisch oder politisch neutral, wenn ein Land wie Russland die UNO-Charta verletzt und beschließt, seine Grenzen mit Gewalt neu zu ziehen. Österreich spricht mit starker Stimme in der EU. Es steht fest hinter den Sanktionen, die direkt auf Putins Kriegsmaschine zielen, und setzt sich für humanitäre Belange ein.