Polizei sucht Zeugen

Neue Vorfälle angezeigt: Unbekannte versuchten in Osttirol Kinder mit Süßigkeiten anzulocken

In Osttirol und Südtirol kam es in den vergangenen Tagen vermehrt zu Vorfällen, bei denen Unbekannte versuchten, Kinder mit Süßigkeiten ins Auto zu locken. Die Behörden ermitteln.

Lienz, Innervillgraten – Drei Vorfälle, bei denen Kinder von Unbekannten angesprochen und angelockt wurden, beschäftigen derzeit die Polizei in Osttirol. Auch in Südtirol gab es in den vergangenen Tagen einige Ereignisse, die für Besorgnis sorgen.

Auf ihrem Schulweg wurden Mittwochfrüh drei Kinder im Bereich der Unterführung Amlacherstraße in Lienz von einem Mann in einem weißen Pkw angesprochen. Der Vorfall ereignete sich zwischen 7.20 und 7.45 Uhr. Der Mann sei grauhaarig gewesen und habe ein blau-weißes Hemd getragen. Ein Kind gab bei der Polizei an, dass ihm der Mann Süßigkeiten angeboten habe, was der Bub aber abgelehnt habe. Ein sofortige Fahndung verlief negativ. Zeugen des Vorfalles werden gebeten, sich bei der Polizei Lienz (Tel. 059133/7230) zu melden.

Zwei Fälle in Innervillgraten

In Innervillgraten kam es zwischen 15. und 25. September zu gleich zwei Fällen: Ein Kind machte eine verdächtige Wahrnehmung auf einem Spielplatz. Zwei besorgte Mütter sowie ein Buslenker meldeten dies den Beamten. Zunächst wurden zwei Kindern im Alter von 10 und 12 Jahren im Ortszentrum (Höhe Gemeindeamt) in Innervillgraten Süßigkeiten von zwei Männern angeboten. Bei den Verdächtigen handelt es sich um Männer mittleren Alters mit dunklerem Teint, die mit einem schwarzen Pkw mit ausländischen Kennzeichen unterwegs waren.

Bei einem ähnlichen Vorfall am Montag wurde ein zwölfjähriger Bub zwischen 15 und 16 Uhr im Bereich des Parkplatzes der Freiwilligen Feuerwehr von zwei dunkelhäutigen Männern angesprochen. Wie auch im vorigen Fall waren die Verdächtigen mit einem schwarzen Auto unterwegs und boten dem Kind Süßigkeiten an. Der Bub lehnte ab, fuhr mit dem Fahrrad nach Hause und erzählte das Geschehene seiner Mutter.

Elfjähriger hörte möglicherweise Schüsse

Im Zuge der polizeilichen Erhebungen brachte die Mutter des Zwölfjährigen ein weiteres Kind mit, das eine verdächtige Wahrnehmung am nahegelegenen Spielplatz „Gutnigger Waldele“ gemacht habe. Aus einer Entfernung von etwa 50 Metern habe der Elfjährige zwei Männer mittleren Alters beobachtet, die aus einem „pistolenähnlichen“ Gerät etwas abgefeuert hätten. Zwei laute Knaller seien zu hören gewesen. Der Bub und sein Freund seien anschließend vom Ort des Geschehens geflüchtet. Bei den Erhebungen am Spielplatz wurden von der Polizei keine weiteren Spuren gefunden.

Bei den Verdächtigen handelt es sich möglicherweise in allen drei Fällen um dieselben Personen. Die Polizei Sillian (Tel. 059133/7238) bittet die Bevölkerung darum, in den vergangenen Tagen gemachte verdächtige Wahrnehmungen bzw. zukünftige Vorfälle möglichst rasch zu melden.

Polizei verstärkt Streifen

„Ein Zusammenhang zwischen den Ereignissen lässt sich nach jetzigem Stand nicht ableiten“, sagte der Lienzer Bezirkspolizeikommandant Michael Jaufer am Mittwoch gegenüber der TT. Jeder Hinweis würde von der Polizei „sehr ernst genommen“, betonte Jaufer. „Wir werden auch die Streifentätigkeit vor Schulen, Kindergärten und bei Spielplätzen verstärken.“ Laut dem Bezirkspolizeikommandanten sind auch immer wieder Beamte in den Schulen, um den Burschen und Mädchen das richtige Verhalten in solchen Situationen beizubringen. „Unter keinen Umständen dürfen sie einsteigen oder sich in Gespräche verwickeln lassen. Ereignisse sollten zeitnah der Polizei gemeldet werden.“

Mehrere Fälle in Südtirol gemeldet

In den vergangenen Tagen haben sich ähnliche Vorfälle auch in Südtirol gehäuft: Am Freitag wurde eine Schülerin in der Weggensteinstraße angesprochen, weitere Schüler in der Rovigostraße und auch vor Schulen in Gries haben ebenfalls gemeldet, mit Süßigkeiten gelockt worden zu sein.

In einem Fall wurde einer Sechsjährigen in der Weggensteinstraße in Bozen von einem fremden Paar in einem weißen Auto Süßigkeiten angeboten. Da sich der Vater der Schülerin noch in Sichtweite befand, konnte er die Situation beobachten und den Vorfall melden. Dabei zeigte sich dann, dass den Beamten bereits ähnliche Vorfälle angezeigt worden waren. Die Direktoren der Schule haben Eltern und auch Schülerlotsen in den betroffenen Schulen zu erhöhter Vorsicht aufgerufen und wollen die Schüler vermehrt für das Thema sensibilisieren. (TT.com)

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