Rechtssystem hat versagt

Unschuldiger Häftling nach 28 Jahren in US-Gefängnis freigelassen

Mithilfe von DNA-Untersuchungen konnte der heute 46-Jährige entlastet werden. Polizisten hatten ihn vor 28 Jahren nach seiner Festnahme zu einem Geständnis gedrängt und mit einer Bewährungsstrafe gelockt.

Los Angeles – 28 Jahre nach seiner Festnahme und späteren Verurteilung wegen Raubes, Kidnapping und sexueller Übergriffe ist ein Häftling im US-Staat Kalifornien für unschuldig erklärt und freigelassen worden. Gerardo Cabanillas – bei seiner Verhaftung 18 Jahre alt – sei "schwerwiegendes Unrecht" widerfahren, sagte George Gascón, Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles, am Dienstag (Ortszeit) laut einer Mitteilung. Das Rechtssystem habe in seinem Fall versagt.

Cabanillas war 1996 zu jahrzehntelanger Haft verurteilt worden. Nach seiner Festnahme hatte er zunächst in Polizeiverhören ein Geständnis abgelegt. Die Ermittler hätten ihn mit falschen Versprechungen, er würde auf Bewährung freikommen, dazu gebracht, gab das "Innocence Project" (Projekt Unschuld) an.

Die Gruppe setzt sich für möglicherweise zu Unrecht Verurteilte ein. Im Gerichtsverfahren beteuerte Cabanillas damals seine Unschuld, wurde aber verurteilt. Jetzt konnte er mit Hilfe von DNA-Untersuchungen entlastet werden. (APA/dpa)

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