„Herbstoffensive“ präsentiert

FPÖ setzt in neuer Herbstkampagne auf „echte Begegnungen“

Mit seiner Herbstkampagne setzt FPÖ-Klubchef Herbert Kickl auf ein traditionelles Österreich. Bei Brotback-Kursen und Kürbisschnitzen will man dem Volk näher kommen.
© HELMUT FOHRINGER

Eine Tag nach der ÖVP hat die FPÖ ihre Herbstkampagne vorgestellt. Unter dem Motto „Heimat Herbst“ touren die Blauen mit Veranstaltungen durch Österreich. Weiterhin optimistisch sieht man auf die kommende Nationalratswahl. Kickl selbst sieht sich als guter „Familienvater“ für das Land.

Wien – Die FPÖ will ein Jahr vor der kommenden Nationalratswahl mit einer Kampagne „einen Gang hochschalten“. Der „Heimat Herbst“ führt nicht nur freiheitliche Funktionäre ab Sonntag durch das Land. Geplant sind auch unterschiedliche Brauchtumsveranstaltungen, wie Parteichef Herbert Kickl und Generalsekretär Michael Schnedlitz am Mittwoch in einer Pressekonferenz ankündigten. „Wir wollen ein Herz und eine Seele mit der österreichischen Bevölkerung sein“, so Kickl.

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Brotbacken und „echte Begegnungen“

Die „große freiheitliche Herbstoffensive“ beginnt am Sonntag am Hartberger Oktoberfest mit einem Auftritt von Kickl und soll bis zumindest November andauern. „Es wird landauf landab in den kommenden Wochen freiheitliche Veranstaltungen geben“, so Kickl. Eine „bunte Mischung aus Kultur-, Brauchtums- und Traditionsveranstaltungen“ soll die Bevölkerung dabei erwarten, unterstützt von Volksmusik-Gruppen, Handwerkerinnen und Handwerkern „bis hin zur Bauernschaft“.

Die politische Botschaft soll dennoch nicht zu kurz kommen. Denn neben Brotback-Kursen und Kürbisschnitzen setzt Kickl vor allem auf „echte Begegnungen“ mit der WählerInnenschaft: „Wir gehen dort hin, wo sich die anderen schon lange nicht mehr hintrauen.“ Der FPÖ-Chef erwartet sich angesichts der immer näher rückenden Nationalratswahl den „heißesten politischen Herbst, den es jemals gegeben hat“, unabhängig vom Termin der kommenden Nationalratswahl.

Kickl als „Familienvater“

Nach wie vor bleibt Kickl beim Bild des kommenden „Volkskanzlers“ Österreichs und strebt für die FPÖ an, stärkste Partei mit deutlichem Abstand zum Zweiten zu werden. „Dann ist der Weg frei für eine Renaissance des Hausverstands und der Normalität in diesem Land.“ Gleichzeitig geißelte er die „machtgeile“ ÖVP und die „Marxisten“ der SPÖ. Kickl will stattdessen „ein guter Familienvater für diese Familie Österreich“ sein.

Kritik gab es freilich auch an der tags zuvor von der ÖVP präsentierten Kampagne „Glaub an Österreich“. „Die Österreicherinnen und Österreicher glauben eh an Österreich, aber eben nicht mehr an diese Volkspartei“, konstatierte Schnedlitz. Aus diesem Grund schalte die FPÖ nun einen Gang nach oben. Die Nervosität in allen anderen Parteien angesichts der „Kickl-FPÖ“ sei relativ groß. „Wir lassen uns von dem weder beeinflussen, noch vor unserem schnurgeraden Weg abbringen“, so Schnedlitz.

ÖVP-Klubchef dementiert vorgezogene Neuwahl

ÖVP-Klubchef August Wöginger wies danach im Ministerrats-Pressefoyer erneute Vermutungen der Blauen zurück, dass die Nationalratswahl schon früher stattfinden könnte: „Wir wollen diese Legislaturperiode fertig abarbeiten“, bekräftigte Wöginger auf Journalistenfragen. Kickl solle sich, wenn er schon eine Pressekonferenz veranstalte, lieber von den Identitären und dem Video seiner Parteijugend mit „Hitlerbalkon“ distanzieren, „jetzt schickt er auch noch seine engsten Vertrauten zu den Taliban“, konterte Wöginger. (APA)

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