BH drohte mit Auflösung

Hauptkreuzung in Hall blockiert: Aktivisten der Letzten Generation werden angezeigt

Erstmals waren Aktivisten der Letzten Generation frühmorgens in Hall aktiv.
© Letzte Generation

Im Frühverkehr haben Aktivisten der Letzten Generation dieses Mal außerhalb von Innsbruck protestiert: Sie blockierten die zentralste Kreuzung in Hall.

Hall – Die Letzte Generation hat am Montag ihren Umweltprotest in Tirol fortgesetzt: Dieses Mal blockierten die Aktivisten mit einem Sitzstreik die Kreuzung Pfannhausstraße/Stadtgraben und protestierte erneut gegen die Säumigkeit der Regierung in Sachen Klimaerwärmung. Im Frühverkehr war Stau vorprogrammiert.

Wie die Polizei mitteilte, waren insgesamt rund 20 Aktivisten auf der Hauptkreuzung. Sofort setzte die Exekutive Umleitungsmaßnahmen. Weil der Stau binnen kürzester Zeit bis zur Inntaltautobahn (A12) zurück anwuchs, drohte die Bezirkshauptmannschaft mit einer Auflösung des Protests. Dem kamen die Mitglieder der Letzten Generation aber letztlich zuvor, indem sie selbst das Feld räumten. Die Beteiligten werden angezeigt.

Klimaerwärmung und Kritik an Regierung

Einmal mehr kritisierten die Aktivisten die säumige Klimapolitik der Regierung. "Wie soll das weitergehen?” fragte die Sozialarbeiterin Maria Garzaner (49). Sie wisse, dass die Klimakrise die Schwächsten der Gesellschaft, Arme, Alte und Menschen mit Behinderung bereits jetzt heftig treffe: "Obwohl wir in die größte Katastrophe der Menschheit rasen, lügen uns manche Verantwortliche ins Gesicht, und viel zu viele glauben dieser Propaganda."

Im Frühverkehr war Stau vorprogrammiert.
© Letzte Generation

Clarissa Stracke (32), Ingenieurin, ergänzt: “Eine Politik, die immer noch so tut, als könnte man die Katastrophe wegschweigen, tötet.” Schweigen heiße für sie mitmachen, zu Lasten der Armen und der Jüngsten unserer Gesellschaft. Clarissa will nicht, dass ihre Nichte, die gerade in die Schule gekommen ist, "in einer Welt lebt, die von Ernteverlusten und Wassermangel in Europa geprägt ist. Was auf uns zukommt, ist ebenso wissenschaftlicher Konsens, wie die notwendigen Maßnahmen." (TT.com)

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