Tiroler Rad-Profi Felix Gall ist Österreichs Sportler des Jahres 2023
Überschwang ist Felix Gall fremd: Der Osttiroler Rad-Star, der im Juli die Königsetappe der Tour de France gewann, nahm am Donnerstagaben in aller Bescheidenheit die Trophäe für „Österreichs Sportler des Jahres“ entgegen.
Wien – Ganz geheuer war es Felix Gall nicht, als er am Donnerstag auf die Bühne der Wiener Stadthalle kam – „Sportler des Jahres 2023“: „Ich bin so stolz, das muss ich erst einmal sacken lassen“, bekannte der Osttiroler. Bereits zuvor war ihm von seinem engeren Landsmann Fabio Wibmer, dem millionenfach geklickten Trial-Star, die Trophäe für den Titel „Aufsteiger des Jahres“ überreicht worden.
Galls Leben drehte sich nach dem 19. Juli, dem Tag seines Siegs bei der Tour-de-France-Königsetappe, um 180 Grad. Ein neues Leben, das am Donnerstag mit dem Sieg bei der Österreichischen Sportlerwahl den nächsten Höhepunkt erfuhr. So ganz konnte es der 25-Jährige selbst nicht glauben.
Die beiden anderen nominierten Tiroler Jakob Schubert (Klettern/Platz 2) und Johannes Lamparter (Nord. Kombination/3.) sowie die bei den Damen nominierte Mountainbikerin Mona Mitterwallner (3.) klopften ihm beim gemeinsamen TT-Fototermin anerkennend auf die Schulter: „Hut ab!“ Jakob Schubert meinte allerdings demütig: „Die Dichte an guten Sportlern ist bei uns ja so groß. Da muss man schon stolz sein, überhaupt zu den Top 3 zu gehören.“
Mit Gerhard Berger hatte auch ein anderer Tiroler einen großen Auftritt – als Überbringer des Preises für den „Sportmoment des Jahres“. Der Formel-1-Legende wurde diese Ehrung zwar nie zuteil, ein Weltmeister der Herzen war allerdings auch der sympathische Wörgler zeit seiner Laufbahn. Und als der 64-Jährige den Star-Golfer Sepp Straka auszeichnete, zeigte der Tiroler erneut Herz: „Mir kommen fast bei jeder Auszeichnung hier die Tränen.“ Nachsatz: „Aber ohne Emotionen wäre man kein Sportler.“
Emotionen schwangen bei der Sportlerwahl mehrmals mit. Etwa zu Beginn, als „Jedermann“ Cornelius Obonya die „Ode an den Sport“ rezitierte: „O Sport, du Göttergabe, du Lebenselixier.“ Geschrieben von Pierre de Coubertin, dem Begründer der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Paris. Ein Schlagwort: In Paris gehen 2024 Kletterer Jakob Schubert und Mountainbikerin Mona Mitterwallner auf Medaillenjagd. Nur Felix Gall wird dort wohl nicht starten – die Tour de France rollt nämlich am 21. Juli kurz vor der Eröffnungsfeier in die französische Hauptstadt. Und bei diesem Rennen für den „Sportler des Jahres 2023“ Erinnerungen wach ...
Die Auszeichnungen im Überblick
Sportlerin des Jahres:
- Eva Pinkelnig (Skispringen) 803 Punkte
- Anna Gasser (Snowboard) 727 Punkte
- Mona Mitterwallner (Radsport) 551 Punkte
Sportler des Jahres:
- Felix Gall (Radsport) 789 Punkte
- Jakob Schubert (Klettern) 543 Punkte
- Johannes Lamparter (Nordische Kombi) 513 Punkte
Team des Jahres:
- ÖFB-Nationalteam Herren (Fußball) 761 Punkte
- Red Bull Racing (Formel 1) 683 Punkte
- Anna-Maria und Eirini Marina Alexandri (Synchronschwimmen) 539 Punkte
Sportlerin des Jahres mit Behinderung: Veronika Aigner, Ski Alpin
Sportler des Jahres mit Behinderung: Thomas Frühwirth, Radsport
Special Olympics Sportlerin des Jahres: Cornelia Zehner, Radsport
Special Olympics Sportler des Jahres: Hans-Peter Fleck, Radsport
Aufsteiger des Jahres: Felix Gall, Radsport
Sportler mit Herz: Michael Strasser, Radsport
Emotionalster Sportmoment: Sepp Straka, Golf
Trainerin des Jahres: Albena Mladenova, Synchronschwimmen.
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