Melachbühne Sellrain zeigt „Sellrainer Wäscherinnenspiel vom Bauernfang“
Sellrain – Am Freitag, den 3. November 2023, erlebt der 2021 eröffnete Mehrzwecksaal in Sellrain eine Aufsehen erregende Uraufführung: Die Melachbühne Sellrain zeigt das „Sellrainer Wäscherinnenspiel vom Bauernfang“.
Niemand Geringerer als Ekkehard Schönwiese, ehemaliger Dramaturg des Tiroler Theaterverbandes, hat dieses Stück aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Melachbühne verfasst.
Frei nach Karl Schönherr und angelehnt an dessen „Allerhand Kreuzköpf‘“-Geschichten über knorrige Tiroler Figuren, hat Schönwiese eine bissige Satire voll gesellschaftlicher Seitenhiebe geschaffen. Eine der zentralen Grundlagen für das Stück – umgesetzt unter der Regie von Andreas und Christine Haider – bildet die Geschichte der Sellrainer Wäscherinnen, die vom ausgehenden 18. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts die Wäsche für viele Privathaushalte und Betriebe aus Innsbruck oder Hall wuschen. Sellrainer Bäuerinnen betrieben also gleichsam die „Waschküche“ der Städter. Das Wasser der Melach galt als ungewöhnlich weich – und die Wäsche wurde durch selbst hergestellte Aschenlauge besonders rein und weiß.
„Uns ist wichtig, herauszuarbeiten, dass diese Frauen für ihre Zeit schon relativ emanzipiert waren, selbstbestimmt agierten und selbst Geld verdienten“, betont Andreas Haider. Erst mit dem verstärkten Aufkommen von Waschmaschinen nach dem Zweiten Weltkrieg erlosch diese wichtige Quelle an Einkünften und das Selbstbewusstsein.
Seit August laufen die intensiven Probenarbeiten der Melachbühne, gestern Abend machte sich Autor Schönwiese davon selbst ein Bild. Umgesetzt wird das Ganze übrigens mit effektivem Lichteinsatz auf einer relativ einfach gebauten Bühne, „die gedanklich viel offenlässt“, wie Haider ausführt.
Karten für die mit Spannung erwartete Premiere am 3. November um 20 Uhr und weitere Aufführungen am 5.11. (18 Uhr) sowie 10., 11., 17. und 18.11. (jeweils 20 Uhr) kann man sich unter Tel. 0664/4402602 sichern.