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LASK-Premierensieg in Europa League mit Wermutstropfen

LASK jubelte über den ersten Europa-League-Sieg
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Der Formanstieg des LASK hat sich nun auch in der Fußball-Europa-League bemerkbar gemacht. Der souveräne 3:0-Heimsieg am Donnerstag über Union Saint-Gilloise bescherte den Linzern im vierten Gruppenspiel die ersten Punkte, und dennoch blieb ein Wermutstropfen. Durch das überraschende 3:2 von Toulouse gegen Liverpool ist Endrang zwei nur noch schwer zu erreichen, auch das Rennen um Platz drei, der den Umstieg in die Conference League ermöglicht, wird kompliziert.

Zwei Runden vor Schluss ist der LASK in Gruppe E mit drei Punkten weiterhin Letzter, davor liegen Saint-Gilloise (4), Toulouse (7) und Liverpool (9). Die nächste Partie steigt in drei Wochen an der Anfield Road, wo Liverpool angesichts dieser Ausgangsposition wohl deutlich konzentrierter zu Werke gehen wird als beim Gastspiel in Frankreich. Sollte der LASK gegen die "Reds" verlieren und Saint-Gilloise gleichzeitig in Toulouse gewinnen, wären die Oberösterreicher schon vor ihrer abschließenden Partie am 14. Dezember daheim gegen Toulouse fix Letzter und damit ausgeschieden.

Die unnötigen Auswärtsniederlagen gegen Saint-Gilloise und Toulouse könnten sich nun rächen, wie auch Abwehrchef Philipp Ziereis im Sky-Interview gestand. "Wenn man die Tabelle anschaut weiß man, dass wir in den Runden davor Punkte liegengelassen haben, die jetzt fehlen. Wenn wir in Belgien und Frankreich einen Punkt mitnehmen, schaut es ganz anders aus", meinte der Deutsche.

Auch Kapitän Robert Zulj lag neben den Auftakt-Pleiten des LASK auch die Niederlage von Liverpool im Magen. "Das ist extrem bitter, aber es nützt eh nichts. Wir müssen schauen, dass wir in Liverpool eine Top-Leistung auf den Platz bringen", forderte der Torschütze zum 3:0. Eine Sensation bei den "Reds" sei möglich, "doch wir wissen auch, dass es dort sehr schwer wird. Wir müssen die Situation annehmen und das Beste daraus machen."

Ziereis übte sich ebenfalls in Zweckoptimismus. "Toulouse hat bewiesen, dass man Liverpool schlagen kann", betonte der Verteidiger. Goalie Tobias Lawal ergänzte, man habe das Europacup-Überwintern nach wie vor selbst in der Hand, und Sascha Horvath meinte angesichts der Tabellenkonstellation achselzuckend: "Jetzt müssen wir halt aus Liverpool etwas mitnehmen."

Nimmt man den Auftritt des LASK gegen Saint-Gilloise als Maßstab, scheint ein Punktgewinn in England nicht ausgeschlossen. "Wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, zu 100 Prozent auf den Platz bekommen", bilanzierte Zulj. Horvath ergänzte: "Wir haben von der ersten Minute an Vollgas gegeben, waren richtig ekelhaft und auch bei Standardsituationen gut."

Trainer Thomas Sageder sprach seiner Truppe ein großes Lob aus. "Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft. Wir haben heute über 90 Minuten eine hervorragende Leistung geboten und auch in dieser Höhe völlig verdient gewonnen. Dieser Sieg gibt uns enorm viel Kraft und wir glauben weiter fest an unsere Chance, im Europacup zu überwintern."

Sein Missfallen darüber, dass Liverpool-Coach Jürgen Klopp in Toulouse praktisch eine B-Startelf auf den Platz schickte, konnte Sageder aber nicht ganz verbergen. "Was soll ich sagen, er wird mir schön langsam unsympathisch, jetzt stellt er da eine Truppe auf und bei uns kritisiert er den Platzwart. Aber wir haben eh die Möglichkeit, dass wir dort zeigen, was wir davon halten", sagte der Oberösterreicher auf Sky.

Zunächst rückt beim LASK jedoch das Derby am Sonntag gegen Blau-Weiß Linz in den Mittelpunkt. Die Athletiker reisen mit der Referenz von zehn Punkten aus den jüngsten vier Runden zum Stadtrivalen. Von den vergangenen sieben Pflichtspielen hat der LASK bei je einem Remis und einer Niederlage fünf Partien gewonnen.

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