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ÖFB-Team peilt in Estland siegreichen EM-Quali-Abschluss an

Rangnick will mit ÖFB-Team gegen Estland jubeln
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Auf Österreichs Fußball-Nationalmannschaft wartet am Donnerstag (18.00 Uhr MEZ/live Servus TV) zum Abschluss der EM-Qualifikation ein Auswärtsspiel gegen einen Underdog. Die ÖFB-Auswahl, die ihr EURO-2024-Ticket bereits fix hat, bekommt es mit dem Gruppe-F-Letzten Estland zu tun. In Tallinn geht es um die Mini-Chance auf den Pool-Sieg, die Aussicht aus Lostopf zwei bei der EM-Auslosung und auch um ein Erfolgserlebnis vor dem Prestigetest am Dienstag in Wien gegen Deutschland.

Das Duell mit dem DFB-Team im ausverkauften Happel-Stadion dürfe für den Auftritt gegen die Nummer 118 der FIFA-Weltrangliste - Österreich ist 25. - allerdings keine Rolle spielen, forderte Coach Ralf Rangnick. "Wichtig ist, dass wir das Spiel am Donnerstag nicht von Anfang an mit Deutschland im Hinterkopf bestreiten. Jetzt zählt nur Estland."

Diesbezüglich macht sich der ÖFB-Teamchef aber ohnehin keine Sorgen. "Die Spieler wissen, dass es noch um den ersten Gruppenplatz geht und darum, bei der EM-Auslosung in Topf zwei zu kommen." Allerdings sind die Chancen auf Endrang eins eher theoretischer Natur - Österreich müsste in Tallinn drei Punkte holen und Belgien dürfte drei Tage später daheim gegen Aserbaidschan nicht siegen. Mit einem Erfolg in Estland würde aber immerhin die Hoffnung auf den zweiten Lostopf weiterleben.

Das erste Kräftemessen vor knapp acht Monaten in Linz endete mit einem mühevollen 2:1 für Rot-Weiß-Rot, diesmal soll es eine klarere Angelegenheit werden. "Wir wollen gewinnen und dabei möglichst auch richtig gut spielen. Es geht darum, die Gruppe erfolgreich und mit einem Sieg abzuschließen", meinte Rangnick.

An der Einstellung der ÖFB-Equipe werde es im Baltikum nicht scheitern, versprach der 65-Jährige. "Seit ich hier Trainer bin, gab es an der Mentalität der Spieler noch nie etwas zu kritisieren, und das wird auch diesmal so sein." Seine Schützlinge wären gut beraten, mit 100 Prozent zu Werke zu gehen, schließlich dient das Donnerstag-Match als weiteres Casting für die 23 EURO-Kaderplätze. "Die Spieler wissen auch, dass es ab jetzt für jeden Einzelnen darum geht, sich für die EM eine gute Ausgangsposition zu verschaffen", erklärte Rangnick.

Vor vier Jahren befand sich die ÖFB-Auswahl in einer ähnlichen Ausgangsposition und reiste als fix qualifiziertes Team zu einem Außenseiter. Der damalige Teamchef Franco Foda stellte eine B-Truppe auf, die gegen Lettland 0:1 verlor. Diesmal sind keine Personalexperimente zu erwarten. "Wir werden sowohl gegen Estland als auch gegen Deutschland versuchen, mit der jeweils bestmöglichen Formation aufzulaufen. Schonen werden wir wenn überhaupt nur dann, wenn wir das Gefühl haben, jemand ist noch nicht ausreichend regeneriert", kündigte Rangnick an.

Kapitän David Alaba ist fit und wird beginnen, wie der Nationaltrainer verriet. Ansonsten ließ Rangnick ungeklärt, ob Schlüsselspieler wie Konrad Laimer zunächst auf der Bank sitzen oder wer im Tor beginnt. Fest steht nur, dass Alexander Schlager nach wie vor die etatmäßige Nummer eins ist. "Das hat er in den letzten Länderspielen bestätigt, auch am Sonntag gegen die Austria. Ohne ihn wäre das Spiel wahrscheinlich nicht 0:0 ausgegangen", sagte Rangnick über den Red-Bull-Salzburg-Goalie, der in dieser Partie einen Elfmeter parierte. Offen ist auch, wer aus dem zuletzt nicht mit viel Spielpraxis gesegneten Angriffs-Trio Marko Arnautovic, Michael Gregoritsch und Sasa Kalajdzic den Vorzug bekommen wird.

Kleine Verletzungssorgen gibt es in der Defensive. Samson Baidoo sagte bereits am Montag ab, Philipp Lienhart und Kevin Danso sind angeschlagen. Rangnick verzichtete dennoch auf eine Nachnominierung. "Wir gehen schon davon aus, dass es zumindest bei einem der beiden gehen wird", sagte der Deutsche. Ein Fragezeichen steht auch hinter Florian Grillitsch, der wegen Oberschenkelproblemen seine bisher letzte Partie am 28. Oktober absolvierte. Phillipp Mwene ist schon seit 16. September ohne Matchpraxis, kann gegen Estland aber mitwirken.

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