Nach 104 Jahren ist Schluss: Traditionsbetrieb in Igls schließt seine Pforten
Über ein Jahrhundert lang zierten Motive aus dem Hause Defner Postkarten, Kalender und Bücher. Jetzt schließt der Traditionsbetrieb in Igls seine Pforten – ohne große Wehmut, wie Chef Thomas Defner sagt.
Der Großvater würde wohl mit der Bilderflut des 21. Jahrhunderts so seine Probleme haben. Möglicherweise auch der Vater. Wobei Karl Defner (1926 bis 2013) im Unterschied zu Adalbert Defner (1884 bis 1969) noch miterlebt hat, was Handys alles können und dass Menschen damit zwar telefonieren, aber noch viel häufiger Fotos, bevorzugt Selfies, machen.
„Da geht etwas verloren“, sagt Thomas Defner, während er an seinem Arbeitsplatz in Igls hin und her wandert. Denn die Handy-Schnappschüsse seien inflationäre Momentaufnahmen. Anders die Bilder, die einst der Großvater, der Vater und dann er selbst machten. Tausende Motive von Landschaften, Ansichten von Dörfern und Städten sowie Stillleben lagern in dem großen Raum. Mitten in Igls findet sich ganz Tirol und noch ein wenig mehr von der Welt – u. a. Salzburg, München und Berlin.