Zahlreiche Verkehrsprobleme

Massive Schneefälle in Tirol: Deutsches Eck weiter gesperrt, Mann von Baum getroffen

Räumfahrzeuge im Dauereinsatz: Die starken Schneefälle führten zu Straßensperren in ganz Tirol. In Ampass wurde ein Mann von einem umstürzenden Baum getroffen.
© Axel Springer/FF Ampass

Nach den starken Schneefällen vom Samstag ist die Bahnstrecke über das Deutsche Eck am Sonntag weiterhin gesperrt. Auch mehrere Straßen in Tirol sind nicht befahrbar, einige Orte und Weiler dadurch abgeschnitten. Ein 20-Jähriger wurde von einem umstürzenden Baum getroffen.

Innsbruck – Die heftigen Schneefälle in Tirol sind Sonntagfrüh zwar abgeklungen, was jedoch bleibt sind zahlreiche Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr. Während der Flugbetrieb am Sonntag wieder planmäßig anlief, bleibt das Deutsche Eck für den Zugverkehr voraussichtlich noch bis Montag, 14 Uhr, gesperrt. Zahlreiche Straßen sind auch am Sonntag wegen Lawinengefahr oder umgestürzter Bäume nicht befahrbar. Feuerwehren und Räumungsdienste haben nach wie vor alle Hände voll zu tun.

Zu vielen Einsätzen rückte auch die Stadtfeuerwehr Imst aus. Aufgrund der Schneelast kam es zu mehreren umgestürzten Bäumen im gesamten Stadtgebiet.
© Zangerle Fabio

20-Jähriger von Baum getroffen

Auch einen Verletzten gibt es. Wie die Polizei am Sonntag berichtet, wurde Samstagfrüh in Ampass ein 20-Jähriger von einem umstürzenden Baum getroffen. Der Mann spazierte demnach mit seinem Vater auf einem Gemeindeweg, als die beiden ein Knirschen wahrnahmen: Ein Baum drohte, aufgrund der Schneelast auf die Straße zu stürzen. Während der 51-Jährige noch rechtzeitig ausweichen konnte, wurde sein Sohn vom Baum erfasst und unter einer Leitplanke eingeklemmt. Der Verletzte wurde mit der Rettung in die Klinik nach Innsbruck gebracht.

Bahnverkehr: Deutsches Eck weiterhin gesperrt

Die Aufräumarbeiten an den Bahnstrecken laufen auf Hochtouren.
© ÖBB

Besonders im Bahnverkehr sorgen die Schneemassen auch am Sonntag noch für massive Einschränkungen. Durch die großen Schneemengen wurden österreichweit Oberleitungen beschädigt, teilweise sind Bäume auf die Gleise gestürzt.

Am Deutschen Eck sind laut ÖBB zwischen Salzburg und Kufstein bzw. München bis voraussichtlich Montag 14 Uhr keine Fahrten möglich. Züge zwischen Salzburg und Tirol werden teilweise über Zell am See umgeleitet, laut ÖBB muss mit Verspätungen von bis zu zwei Stunden gerechnet werden. Einzelne Nachtzüge fallen heute Nacht aus bzw. werden umgeleitet.

Zugverbindungen der Westbahn zwischen Innsbruck und Salzburg (sowie zwischen Salzburg und München) entfallen am Sonntag komplett.

Aufgrund der zahlreichen Zugausfälle und -verspätungen füllte sich der Innsbrucker Hauptbahnhof am Samstag mit zahlreichen Wartenden.
© Thomas Parth

Einschränkungen auf Tirols Straßen

Auch auf Tirols Straßen kommt es noch zu Behinderungen. Akute Lawinengefahr sowie umgestürzte Bäume sorgen für zahlreiche Straßensperren, einige Orte und Weiler sind über den Straßenweg derzeit nicht erreichbar. Besonders betroffen ist hier der Bezirk Reutte: Pfafflar, Gramais sowie die Weiler Bschlabs und Boden sind derzeit am Verkehrsweg abgeschnitten. Nicht erreichbar sind außerdem Unterberg, Großvolderberg und Volderwildbad (Gemeinde Volders).

Für die Gemeinde Gries am Brenner wurde eine Zufahrtsmöglichkeit über die Nösslacher Straße geschaffen, die Brenner Straße bleibt weiterhin gesperrt. Nach Aufräumarbeiten wieder für den Verkehr freigegeben, wurde die Zillertal Straße (B169). Der Ortsteil Ginzling (Gemeinde Mayrhofen) ist somit wieder über den Straßenweg erreichbar. Die aktuellen Sperren im Überblick:

📍 BEZIRK REUTTE

Wie das Land am Sonntagnachmittag mitteilte, musste die Bschlaber Landesstraße (L266) wegen der Gefahr durch umstürzende Bäume in beide Richtungen gesperrt werden. Dementsprechend sind die Gemeinde Pfafflar sowie die Weiler Bschlabs und Boden vorübergehend auf dem Straßenweg nicht erreichbar.

Im Außerfern war am Sonntag zudem die Lechtal Straße (L267) zwischen Häselgehr und Gramais wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Die Gramaiser Straße konnte abends wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die Gemeinde Gramais ist somit über den Straßenweg erreichbar.

Auch auf die L255 ist zwischen Grenzübergang Ammer Sattel und Kreisverkehr Breitenwang aus diesem Grund gesperrt.

Ebenso ist die L21 zwischen Stanzach und Namlos nicht befahrbar.

Auf der L391 ist zwischen Biberwier und Ehrwald ist für beide Richtungen nur ein Fahrstreifen frei.

📍 INNSBRUCK-LAND

Die Brennerstraße (B182) zwischen Schönberg und Matrei am Brenner ist auch am Sonntag aufgrund von Lawinengefahr in beiden Richtungen gesperrt.

Die Mittelgebirgsstraße (L9) zwischen Hall und Tulfes ist wegen umgestürzter Bäume in beide Richtungen gesperrt.

Auch die Großvolderbergstraße L371 ist seit Sonntagvormittag gesperrt. Unterberg, Großvolderberg und Volderwildbad sind auf dem Straßenweg nicht erreichbar.

📍 BEZIRK SCHWAZ

Der Achenpass (B181) musste am Grenzübergang wegen Lawinengefahr gesperrt werden, ebenso die B307. Hinterriss ist derzeit nur über Deutschland erreichbar.

📍 BEZIRK KUFSTEIN

In beide Richtungen gesperrt sind außerdem die L30 und die L37 zwischen Vorderthiersee und Grenzübergang Ursprungpass (Straßensperre ab Grub Richtung Landl).

📍 OSTTIROL

In Osttirol ist die L25 zwischen Erlsbach und dem Grenzübergang Staller Sattel wegen Eisglätte in beiden Richtungen gesperrt.

Kettenpflicht auf vielen höhergelegen Straßen

Auf vielen höher gelegenen Verbindungen herrscht bis auf weiteres Kettenpflicht, etwa auf der Verbindung von Zell nach Gerlos oder auf der von Wörgl in die Wildschönau.

Alle aktuellen Sperren im Überblick

ÖAMTC Verkehrsservice

Flughafenbetrieb wieder aufrecht

Am Innsbrucker Flughafen lief der Betrieb am Sonntag hingegen wieder normal. Am Samstag musste der Flugbetrieb großteils eingestellt werden, da es trotz eines großen Räumungseinsatzes nicht gelungen war, die Start- und Landebahn so weit von den Schneemassen zu befreien, dass ein durchgehender Flugbetrieb möglich war. Am Sonntag fiel dann noch die Frühverbindung nach Frankfurt aus. Die restlichen Flüge sollten zunächst planmäßig starten bzw. landen.

Heftiges Schneegestöber am Samstag im Osten von Innsbruck.
© Axel Springer

Stromausfälle behoben

Nachdem am Samstag zwischenzeitlich Hunderte Haushalte in mehreren Gemeinden ohne Strom waren, war die Stromversorgung am Sonntag großteils wiederhergestellt. In der Früh waren laut Tinetz noch Teile von Umhausen und Breitenbach am Inn sowie die ganze Gemeinde Spiss ohne Strom. Bis zum frühen Nachmittag konnten alle Störungen behoben und alle Haushalte wieder mit Strom versorgt werden.

Wege auf der Nordkette gesperrt

Wie die Stadt Innsbruck am Samstag berichtet sind aufgrund der erhöhten Lawinengefahr bis auf weiteres folgende Wege entlang der Nordkette gesperrt:

  • Höttinger Bild
  • Kollnerweg
  • Mühlauer Klamm
  • Zufahrt zur Arzler Alm

(TT.com)

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