Deutscher getötet

Nach tödlichem Angriff in Paris: Drei Menschen in Gewahrsam

Die Polizei konnte den Täter festnehmen.
© AFP/Dilkoff

Der Attentäter griff den Deutschen am Samstagabend in der Nähe des Pariser Eiffelturms mit einem Messer an und tötete ihn. Außerdem verletzte er einen Franzosen sowie einen ausländischen Touristen mit einem Hammer. Die Eltern des Täters befinden sich nun in Gewahrsam.

Paris – Nach der tödlichen Attacke auf einen Deutschen in Paris sind Medienberichten zufolge drei weitere Menschen in Polizeigewahrsam genommen worden. Es handle sich um Personen aus dem Umfeld des mutmaßlich islamistischen Täters, wie Medien am Sonntag übereinstimmend berichteten. Darunter sollen auch die Eltern des 1997 geborenen Mannes sein.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte laut Medienberichten zudem ein Sicherheitstreffen einberufen. Er habe Ministerpräsidentin Élisabeth Borne gebeten, am Sonntagnachmittag ein Treffen mit den Ministern für Justiz, Inneres und Gesundheit abzuhalten, berichteten franceinfo und BFMTV übereinstimmend. Am Abend wollte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft außerdem eine Pressekonferenz abhalten.

Bei einer mutmaßlich terroristischen Messerattacke in der Nähe des Eiffelturms in Paris ist am Samstagabend ein junger deutscher Tourist getötet worden. Wie der französische Innenminister Gérald Darmanin und die Staatsanwaltschaft in der Nacht auf Sonntag mitteilten, handelt es sich bei dem Todesopfer um einen 1999 auf den Philippinen geborenen Deutschen. Der Täter, der als Islamist bekannt war, verletzte zudem zwei weitere Menschen. Er wurde festgenommen.

📽️ Video | Messerangriff auf Touristen in Paris

Der Täter habe ein ausländisches Touristenpaar angegriffen, sagte Darmanin bei einer Besichtigung des Tatorts vor Journalisten. Seine Begleiterin blieb demnach körperlich unversehrt, habe aber einen Schock erlitten. Laut Staatsanwaltschaft war das Todesopfer Jahrgang 1999.

Darmanin erklärte, ein Taxifahrer sei eingeschritten. Der Angreifer sei daraufhin über eine Seine-Brücke auf die andere Flussseite gelaufen und habe dort weitere Menschen mit einem Hammer angegriffen: einen um die 60 Jahre alten Franzosen und einen ausländischen Touristen. Die Nationalität des verletzten Touristen teilte der Innenminister nicht mit.

Nach Angaben aus Polizeikreisen soll der Angreifer bei seiner Tat „Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Der 1997 geborene Franzose wurde mit einem Taser ausgeschaltet und festgenommen. Ihm wird Mord und versuchter Mord zur Last gelegt. Die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft zog die Ermittlungen an sich.

Laut Innenminister Darmanin war der Angreifer vorbestraft. Der junge Mann sei 2016 wegen der Planung eines anderen Angriffs zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Nach seiner Tat am Samstag habe er angegeben, er könne es nicht ertragen, dass Muslime in „Afghanistan und Palästina" getötet würden. Der Gaza-Krieg führt in Frankreich mit seiner großen muslimischen Minderheit zu verstärkten Spannungen.

Aus Polizeikreisen hieß es zudem, der in Frankreich geborene mutmaßliche Täter habe unter psychischen Problemen gelitten und sei als radikaler Islamist bekannt gewesen.

Der Tatort wird untersucht.
© IMAGO/Paoloni Jeremy/ABACA

Ein Augenzeuge, der während der Tat in einer Bar in der Nähe gewesen war, schilderte, er habe Hilferufe gehört und Menschen wegrennen gesehen. Ein Mann „mit einem Hammer in der Hand" habe einen anderen Mann angegriffen, der daraufhin gestürzt sei. Nach „fünf bis zehn Minuten" sei dann die Polizei eingetroffen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach den Angehörigen des deutschen Todesopfers im Onlinedienst X (früher Twitter) sein „Beileid" aus. Premierministerin Elisabeth Borne erklärte auf X: „Wir werden dem Terrorismus nicht klein beigeben." Zugleich lobte sie „den Mut und die Professionalität unserer Sicherheits- und Rettungskräfte" bei dem Einsatz gegen den Angreifer. Auch Darmanin hob auf X das „mutige" Eingreifen der Polizei hervor.

Vor zwei Monaten wurde für Frankreich die höchste Alarmstufe für die Gefahr von Attentaten ausgerufen, nachdem an einer Schule im nordfranzösischen Arras ein radikalisierter Ex-Schüler einen 57-jährigen Lehrer erstochen und drei weitere Mitarbeiter verletzt hatte. Der 20-jährige, aus dem russischen Inguschetien stammende Täter hatte zuvor der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen.

In Paris hatte es in den vergangenen Jahren mehrfach ähnliche Taten gegeben wie die am Samstagabend. Im Mai 2018 hatte ein in Tschetschenien geborener russisch-französischer Angreifer einen Passanten mit einem Küchenmesser getötet und vier weitere Menschen verletzt, bevor die Polizei ihn tötete. Der IS reklamierte die Tat für sich.

Im Februar 2017 hatte ein Ägypter Sicherheitskräfte in der Nähe des Louvre mit einer Machete angegriffen und dabei „Allahu Akbar" gerufen. Er wurde im Juni 2021 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. (APA/Reuters/AFP)

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