Schütze getötet

Abgelehnter Professor erschoss drei Menschen an US-Universität

Die Polizei schickte ein Großaufgebot zum Universitätsgelände.
© APA/AFP/RONDA CHURCHILL

Las Vegas – Bei einem Schusswaffenangriff an einer Universität in Las Vegas sind mindestens drei Menschen getötet worden - laut Medienberichten von einem abgelehnten Bewerber auf eine Professorenstelle. Ein viertes Opfer wurde schwer verletzt in ein Spital gebracht, wie die Polizei der Vergnügungsmetropole im Bundesstaat Nevada mitteilte. Der Angreifer wurde bei einem Schusswechsel mit Polizisten getötet. US-Präsident Joe Biden forderte erneut eine Verschärfung des US-Waffenrechts.

"Es gibt keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit", sagte nach der Tötung des Angreifers der Sheriff von Las Vegas, Kevin McMahill. Die Schüsse waren den Behörden zufolge am Mittwochmittag auf dem Campus der Universität von Nevada in Las Vegas gefallen. Studenten wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen, die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.

Zwei Beamte hätten sich "sofort" einen Schusswechsel mit dem Angreifer geliefert, sagte der Chef der Hochschulpolizei, Adam Garcia, bei einer Pressekonferenz. Der Verdächtige sei getroffen worden und gestorben.

US-Medien berichteten am Donnerstag, bei dem Täter handle es sich um einen 67-jährigen Akademiker mit Verbindungen zu Schulen in den Bundesstaaten Georgia und North Carolina. Er habe sich an der Universität von Nevada auf eine Professorenstelle beworben und sei nicht genommen worden. Bei seinen Opfern handle es sich um Mitarbeiter der Universität, nicht um Studenten.

Eine Frau berichtete dem Lokalsender KVVU, sie habe mehrere laute Geräusche gehört und sei in ein Gebäude auf dem Campus geflohen. "Ich bin in den Keller gerannt, und wir waren 20 Minuten im Keller." Später sei sie von der Polizei evakuiert worden. Diese verfügte später, dass das Universitätsgelände vorerst geschlossen bleiben solle.

Biden verurteilt „schrecklichen Akt der Waffengewalt"

US-Präsident Joe Biden zeigte sich schockiert über den Angriff. In einer Erklärung verurteilte er den jüngsten "schrecklichen Akt der Waffengewalt" und forderte erneut eine Verschärfung des US-Waffenrechts. So müsse der Kongress ein Verbot von halbautomatischen Gewehren verhängen.

Unterdessen wurde im US-Staat Texas ein Mann festgenommen, der sechs Menschen getötet haben soll. Der 34-Jährige soll am Dienstag in der texanischen Hauptstadt Austin an vier verschiedenen Orten das Feuer eröffnet und dabei vier Menschen getötet und zwei Polizisten verletzt haben. Er wird auch verdächtigt, zuvor in der Stadt San Antonio zwei Menschen - mutmaßlich seine Eltern - getötet zu haben.

In den USA kommt es immer wieder zu Schusswaffenangriffen mit vielen Verletzten oder Toten. Laut der spezialisierten Website Gun Violence Archive gab es in diesem Jahr landesweit bereits 600 Angriffe, bei denen vier oder mehr Menschen durch Schusswaffen verletzt oder getötet wurden.

Die im Westen der USA gelegene Glücksspiel-Metropole Las Vegas war im Jahr 2017 Schauplatz des tödlichsten Schusswaffenangriffs in der US-Geschichte. Damals hatte ein Attentäter 58 Menschen auf einem Musikfestival erschossen. (APA/AFP)

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