Geschichten zum Advent, Teil 10

Caritasprojekt: Mehr Chancen auf Einkommen für Frauen in Burkina Faso

Durch eine Ausbildung zur Weberin bestreitet Zalissa Sawadogo ihr Leben unabhängig.
© Caritas

Burkina Faso – Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck sitzt Zalissa Sawadogo an ihrem Webstuhl vor ihrem Haus im Norden Burkina Fasos. Sie ist 42 Jahre alt und bereits Witwe. Zusammen mit ihren fünf Kindern, von denen das jüngste gerade mal sieben Jahre alt ist, lebt sie in der Nähe der Stadt Kaya in einem kleinen Dorf. Der Vaters der Kinder ist kurz nach der Geburt der Jüngsten vor sieben Jahren gestorben.

„Das Leben ist ausgesprochen hart, wenn du ganz allein für deine Kinder sorgen und ausschließlich vom Anbau von Grundnahrungsmitteln während der Regenzeit leben musst, also keine zusätzliche Einkommensquelle hast“, erzählt Sawadogo.

Zudem ist der Klimawandel in der Region bereits deutlich spürbar: Der Regen fällt während der ohnehin kurzen Regenzeit deutlich unregelmäßiger als noch vor 20 Jahren. Das führt zu Dürrephasen während der Anbauperiode und Ernteverlusten.

Projekt der lokalen Caritas

Das Projekt, das von Mitarbeitern der lokalen Caritas in den Dörfern rund um die Stadt Kaya umgesetzt wird, unterstützt Frauen dabei, eine zusätzliche Einkommensquelle zu erschließen. So erhalten junge Frauen, die nie eine Chance hatten, eine Schule zu besuchen, oder Frauen wie die fünffache Mutter Sawadogo eine Ausbildung zum Beispiel als Frisörin, Schneiderin, Seifensiederin, Ladeninhaberin oder als Halterin von Schafen, Ziegen und Geflügel. Die Caritas Tirol unterstützt dieses Projekt mit Spendengeldern.

Stolz berichtet die Witwe: „Durch die Unterstützung des Projekts habe ich eine Ausbildung in der Weberei und eine Grundausrüstung mit dem benötigten Material erhalten. Damit habe ich mein erstes Einkommen erzielt, das nicht aus dem Verkauf der landwirtschaftlichen Produktion stammt!“

Sawadogos Dank gilt auch den Tirolern: „Wir danken Gott und all denen, die ihren Beitrag dazu leisteten, dass ich in die Lage versetzt wurde, mich und meine Familie in ausreichender Weise zu versorgen. Nun muss ich nicht mehr anderweitig um Unterstützung bitten, damit meine Kinder zur Schule gehen können oder wenn jemand von uns medizinische Hilfe benötigt.“ Zalissa Sawadogo bekräftigt ihre Aussage mit einem von Herzen kommenden „barka wusgo“, das in ihrer Muttersprache heißt: Vielen Dank! (TT)

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