Krieg in Nahost

Israels Armee setzt Bombardement im Gazastreifen fort

Der Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen geht auch in der neunten Woche in unvermindert brutaler Härte weiter.
© MENAHEM KAHANA

Der israelische Ministerpräsident Netanyahu weist Aufrufe zur Beendigung des Gaza-Krieges zurück. Katar will sich weiter für Waffenruhe einsetzen. Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als zwei Monaten sind nach einem Zeitungsbericht sechs Palästinenser in israelischer Haft gestorben.

Gaza – Die israelische Armee hat ihr Bombardement von Zielen im Gazastreifen fortgesetzt. Am Samstag seien mehr als 250 Ziele am Boden, aus der Luft und vom Meer aus angegriffen worden, teilte die Armee am Sonntagmorgen mit. In den Stunden zuvor hätten die Truppen Waffenlager zerstört, gezielte Vorstöße auf Militäranlagen vorgenommen, unterirdische Tunnel zerstört sowie Angriffspläne von Terrorzellen zunichte gemacht.

Kampfflugzeuge hätten zudem in der Nacht im Verbund mit Bodentruppen eine neben einer Moschee im Süden des Gazastreifens gelegene militärische Kommunikationsanlage der islamistischen Hamas getroffen.

📽️ Video | Luftangriffe im Süden Gazas

In der südlichen Stadt Khan Younis, die als Hamas-Hochburg gilt und in der Israels Armee seit Tagen kämpft, seien am Vortag Tunnelschächte mit Präzisionswaffen attackiert worden, teilte das israelische Militär weiter mit. Eine „Terrorzelle", die nachrückende israelische Truppen in dem Gebiet angreifen wollte, sei mit Hilfe einer Drohne ausgemacht und daraufhin ausgeschaltet worden, hieß es.

Der arabischsprachige Sprecher Israels veröffentlichte am Samstag bereits eine Karte auf X (vormals Twitter), auf der sechs Blöcke von Khan Younis markiert waren, die „dringend" evakuiert werden sollten.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wies unterdessen internationale Aufrufe zur Beendigung des Gaza-Krieges zurück. Dies sei unvereinbar mit dem Kriegsziel, die Hamas zu vernichten, sagt er bei einer Kabinettssitzung am Sonntag. Er habe den Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Deutschlands und anderer Länder gesagt: „Sie können nicht einerseits die Eliminierung der Hamas unterstützen und uns andererseits dazu drängen, den Krieg zu beenden, was die Eliminierung der Hamas verhindern würde."

Hamas-Behörde: Zahl der Toten in Gaza steigt auf 17.700

Katar will sich trotz ungünstiger Aussichten weiter um die Vermittlung einer neuen Waffenruhe im Gaza-Krieg bemühen. Zwar würden die Chancen schwinden, doch wolle Katar weiterhin Druck auf Israel und die Hamas ausüben, um eine Feuerpause zu erreichen, sagt Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani. Die bisher von der Hamas freigelassenen Geiseln seien aufgrund von Verhandlungen und nicht aufgrund israelischer Militäreinsätze freigekommen, betont er. Eine vorübergehende einwöchige Waffenruhe und ein gleichzeitiger Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hamas war von Katar vermittelt worden.

Auslöser des Gaza-Krieges war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas sowie anderer Gruppen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verübt hatten. Mehr als 1200 Menschen wurden bei den beispiellosen Angriffen getötet. Israel begann daraufhin mit massiven Luftangriffen und seit Ende Oktober mit einer Bodenoffensive in dem Küstengebiet. Die Zahl der getöteten Palästinenser ist nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde inzwischen auf 17.700 gestiegen.

Bericht: Tod von sechs palästinensischen Häftlingen

Seit Beginn des Gaza-Krieges starben nach einem Zeitungsbericht sechs Palästinenser in israelischer Haft. Von der israelischen Gefängnisbehörde und der Armee gab es am Sonntag zunächst keine Reaktion auf den Bericht der Zeitung Haaretz vom Vortag. Das Blatt hatte geschrieben, vier Palästinenser seien in israelischen Gefängnissen und zwei in Militärhaft unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Mindestens zwei der Leichen sollen Anzeichen von Gewalteinwirkung aufgewiesen haben. Palästinensische Organisationen, die Häftlinge unterstützen, bestätigten den Zeitungsbericht. (APA/Reuters/dpa)

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